Arme Schlachter, arme Schweine

Vor den Verhandlungen über einen Mindestlohn in der Fleischindustrie hat die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn ein Verbot von Schlachtungen im Akkord gefordert. Denn: Aufgrund von Fehlern verbrühen jährlich knapp eine halbe Million Schweine bei lebendigem Leibe.
Vor den Verhandlungen über einen Mindestlohn in der Fleischindustrie hat die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn ein Verbot von Schlachtungen im Akkord gefordert. Denn: Aufgrund von Fehlern verbrühen jährlich knapp eine halbe Million Schweine bei lebendigem Leibe.
Foto: Dirk Bauer/ WAZ FotoPool

Moderne Fleischfabriken „schaffen“ 20.000 Schweine. An einem einzigen Tag! 2000 von ­ihnen sind – im schlimmsten Fall – nicht (oder nicht richtig) betäubt, wenn sie sterben: Sie erleben den eigenen Tod panisch vor Angst und um Luft ringend mit. Das ist lange bekannt. Was Bärbel Höhn fordert, ist darum nicht neu. Aber wichtig.

Es ist wichtig, dass der Verbraucher erfährt, welcher Preis für ein Billigschnitzel tatsächlich zu zahlen ist. Nicht von ihm, sondern von dem Lebewesen, das das Fleisch liefert.

Und man muss kein militanter Tierschützer sein, um zu erkennen, dass dieser Preis zu hoch ist. Es ist wichtig, dass jemand diese Missstände beim Namen nennt und ­Besserung fordert. Immer wieder notfalls. Damit sich etwas ändert und damit das Bewusstsein wächst, dass sich etwas ändern muss.

Und natürlich gibt es einen ­Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen und Tierschutz. Hätten die Schlachter weniger Druck und mehr Zeit, zu tun, was sie tun ­müssen, gäbe es weniger Fehler, stürben Schwein und Rind weniger qualvoll.

Doch dafür müssten wir sie besser bezahlen. Was das Schnitzel nicht billiger macht.

 
 

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