ARD provoziert: Ist Kinder kriegen schlecht fürs Klima? – „Ich bin richtig angewidert von dieser Frage“

Carolin Kebekus (rechts) und Ariane Alter sollten sich in dem ARD-Video auch zwischen Kindern und die Rettung der Erde entscheiden.
Carolin Kebekus (rechts) und Ariane Alter sollten sich in dem ARD-Video auch zwischen Kindern und die Rettung der Erde entscheiden.
Foto: ARD-YouTube/Screenshot

Im Rahmen der ARD-Themenwoche „Wie leben – Bleibt alles anders“ stellt der Sender Prominente vor die Wahl, was wichtiger sei: Kinder haben zu wollen oder die Ressourcen der Erde zu bewahren? Mit anderen Worten: Ist Kinder kriegen eine Klimasünde?

„Das ist ja unverschämt die Frage", entgegnet sogleich Puls-Moderator Sebastian Meinberg. Im Netz gibt es weitere heftige Reaktionen auf diese Fragestellung der ARD.

ARD stellt Prominente vor die Wahl: Ressourcen der Erde bewahren oder Kinder kriegen?

Geht nur eines von beiden: Eltern werden oder die Erde retten? Mit diesem vermeintlichen Gegensatzpaar konfrontiert die ARD mehrere Prominente. ZDFneo-Moderatorin Ariane Alter entscheidet sich „mit einem schlechten Gewissen“ für Kinder.

„Wie soll man denn das beantworten", fragt Comedian Carolin Kebekus entrüstet und sucht nach einer Antwort: „Naja, ich habe ja keine eigenen Kinder, deswegen kann ich ja ziemlich cool sein und sagen: Leute, mir sind die Ressourcen der Erde wichtiger.“

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Mittagsmagazin-Moderatorin Nadia Kailouli entgegnet: „Wenn es so weit kommt, dass wir keine Kinder mehr in die Welt setzen, weil sie dann keine CO2-Abdrücke hinterlassen, das fände ich rein evolutionär sehr schade.“ Kinder sollten auch reisen können, so die Journalistin.

ARD fragt: Kinder oder Ressourcen?

Viele Eltern fühlen sich vom ARD-Video persönlich angegriffen

Hintergrund der Fragestellung ist die Berechnung, dass die Menschheit derzeit drei Erden bräuchte, wenn alle so viele Ressourcen verbrauchen würden wie die Deutschen. Doch sollte die Frage der Überbevölkerung der Erde und des Klimawandels wirklich Einfluss haben auf die persönliche Lebensentscheidung, ob man Kinder haben möchte? Und geht nicht auch nachhaltiger Lebenswandel mit Kindern?

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Kinder kriegen als „Klimakiller“?

  • Eine Klimaschutz-Studie aus dem Jahr 2017 von Kimberly Nicholas, Professorin für Nachhaltigkeitsstudien, und weiteren Forscher hat errechnet, dass der Verzicht auf ein Kind 23,7 bis 117,7 Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr einspare, je nach Alter des Kindes.
  • Der Verzicht auf ein eigenes Auto dagegen nur bis zu 5,3 Tonnen.
  • Für Aufsehen sorgte in Deutschland die Lehrerin Verena Brunschweiger mit ähnlichen Thesen in ihren Büchern „Kinderfrei statt kinderlos" und „Die Childfree-Rebellion".
  • International ist die Bewegung als „Birth Strike" bekannt.

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Im Netz sorgt dieses Video für heftige Reaktionen. Viele Eltern fühlen sich als Klimasünder angegriffen. Auch Ria Schröder, Bundesvorsitzende der FDP-Jugend Julis, schaltet sich in die Diskussion ein: „Menschen mit Kinderwunsch sind jetzt Egoisten und Klimasünder oder was? Bin richtig angewidert von dieser Fragestellung, schämt euch ARD“, twittert sie empört.

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Der stellvertretende CSU-Generalsekretär Florian Hahn ist ebenfalls entsetzt: „Wollen wir allen Ernstes im Land mit der zweitniedrigsten Geburtenrate diese lächerliche Debatte anfangen? Kinder sind das schönste im & am Leben und keine Klimasünde!“

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„Bald muss man sich fürs Kinder bekommen rechtfertigen“, befürchtet ein anderer Twitter-Nutzer. Die ARD rechtfertigt sich damit, dass das Video nur zu einer offenen Diskussion anregen sollte.

 
 

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