„Hart aber fair“: Zuschauerin (26) bringt auf den Punkt, was bei der Deutschen Bahn schiefläuft

Frank Plasberg diskutierte bei „Hart aber Fair“ am Montag mit seinen Gästen.
Frank Plasberg diskutierte bei „Hart aber Fair“ am Montag mit seinen Gästen.
Foto: WDR/Klaus Görgen
  • Thema bei „Hart aber fair“: „Hier Funkloch, da Schlagloch: Ist Deutschland ein Sanierungsfall?“
  • Peter Altmaier musste sich als einziger Politiker zu infrastrukturellen Problemen äußern
  • Ein Zuschauerin brachten den Unmut vieler Bahnfahrer auf den Punkt

Um die Infrastruktur in Deutschland ist es nicht gut bestellt. Funklöcher, marode Straßen, Stau, Verspätungen und Ausfälle im Zugverkehr schlauchen die Bürger. Passend zum Bahnstreik am Montag beschäftigen sich Frank Plasberg und seine Gäste bei „Hart aber fair“ mit dem Thema: „Hier Funkloch, da Schlagloch: Ist Deutschland ein Sanierungsfall?“

Die Gäste:

  • Peter Altmaier, CDU, Bundeswirtschaftsminister
  • Steffi Neu, WDR 2-Moderatorin
  • Frank Thelen, Technologie-Investor, “Die Höhle der Löwen“
  • Hermann Lohbeck, Unternehmer

Zusätzlich stand Lina Ehrig von der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. Rede und Antwort.

+++ Eklat bei „Hart aber Fair“: Zuschauer steht auf und brüllt rum – dann greift der Sender durch +++

„Hart aber fair“: WDR2-Moderatorin: „Das ist eine Vollkatastrophe“

„Das ist eine Vollkatastrophe“, beschrieb WDR2-Moderatorin Steffi Neu eine Alltagssituation. Kein Internet und schlechter Handyempfang machen ihr zu schaffen, vor allem zu Hause. Am Niederrhein, in Kleve, habe sie ein WLAN mit 16 Mbit. Daher schalte sie das WLAN am Handy häufig aus, da der Datenaustausch besser funktioniere.

Ins gleiche Horn blasen Start-Up-Investor Frank Thelen und Hermann Lohbeck, Sprecher der Konzernleitung des Landtechnikhersteller Claas. Letzter meint: „Auch wenn es teuer wird: Wir müssen das neue Netz 5G schnell und flächendeckend ausbauen. Weiße Flecken können wir uns als Industrienation nicht leisten.“

Thelen, bekannt aus der Sendung „Höhle der Löwen“, nennt ein mögliches Problem: „Politik und Mobilfunkanbieter haben zu hoch gepokert. Jetzt fehlen 50 Milliarden Euro im Netz.“

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Kunden seien zumeist angeschmiert, erklärt Lona Ehrig von der Verbraucherschutzzentrale: „Nur 1,6 Pronzent der Mobilfunkkunden bekommen die vertraglich vereinbarte Geschwindigkeit.“ Beim WLAN sähe es nicht besser aus. Dies liege vor allem daran, dass die Leitungen häufig nicht mehr hergeben.

Der einzige Vertreter aus der Politik, Peter Altmaier, versucht hingegen zu erklären, wie es zu solch einer Situation kommen kann. Der Wirtschaftsminister verweist darauf, dass die Verkehrsinvestionen in den vergangenen drei Jahren um 50 Prozent erhöht wurden. Es fehle an baureifen Projekten. Beispiel Umgehungsstraße: Bürgerinitiativen und Naturschützer würden dem Neubau häufig einen Strich durch die Rechnung machen.

„Der Neubau einer Bundesstraße kostet circa 30 Jahre Vorlauf! Das ist inakzeptabel!“, prangert der CDU-Politker daher an.

Zuschauerin wütend über Deutsche Bahn: „Wir kriegen eins auf den Deckel!“

Den Unmut der Bahnfahrer bringt Zuschauerin Sarah Schmitz (26) auf den Punkt: „Die Bahn ist ein Dienstleister und ich möchte, dass diese Dienstleistung vernünftig erbracht wird. Und das ist eben in 90 Prozent der Fällen nicht der Fall. Nichts ist es so unzuverlässig wie die Deutsche Bahn“, prangert sie an.

Sie zieht einen Vergleich: „Wenn wir als Arbeiternehmer unzuverlässig oder zu spät sind, wir kriegen richtig eins auf den Deckel! (...) Du kannst dich so häufig beschweren wie du willst, es ändert sich nichts.“

Das staatlich geführte Unternehmen kann nur eine Pünktlichkeitsquote von 70 Prozent im Fernverkehr vorweisen. Dabei werden Züge, die ausgefallen sind, gar nicht erst mit in die Statistik eingerechnet.

Außerdem bezieht sich „Hart aber fair“ auf ein internes Papier der Deutschen Bahn, in dem verkündet wird, dass die Pünktlichkeitsquote von 82 Prozent nicht 2018, sondern erst 2025 erreicht werden soll. Deutlich später also, als ursprünglich versprochen.

 
 

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