Arbeitgeber: "Werkverträge nicht infrage stellen"

Essen.. In einer bundesweiten Umfrage unter Betriebsräten der IG Metall geben knapp drei Viertel der Befragten an, dass die Beschäftigten der Werkvertragsfirmen zu schlechteren Bedingungen arbeiten als ihre Kollegen im Stammbetrieb. Deshalb wollen IG Metall und DGB jetzt die Bundesregierung in die Pflicht nehmen. Berlin müsse Werkverträge rechtlich präziser fassen und mehr Mitbestimmung für Betriebsräte schaffen. Außerdem fordern die Gewerkschaften Sanktionsmöglichkeiten gegen Unternehmen, die Werkverträge missbräuchlich einsetzten.

Dagegen wehren sich die Arbeitgeber. „Der Werkvertrag ist für die arbeitsteilige Wirtschaft unverzichtbar. Es gibt keinen Grund, das Instrument der Werkverträge zu diskreditieren, infrage zu stellen oder gesetzlich zu verändern“, sagte Luitwin Mallmann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie NRW, dieser Zeitung. „Für die Arbeitnehmer der Werkunternehmen gelten sämtliche Bestimmungen des Arbeits- und Tarifrechts“, so Mallmann. Es bedürfe daher auch keiner neuen Rechtsvorschriften zum Schutz von Arbeitnehmern oder Arbeitgebern.

Werkverträge sind besonders in der Lebensmittelbranche weit verbreitet. In deutschen Schlachtbetrieben arbeiten nach Gewerkschaftsangaben 90 Prozent aller Beschäftigten auf Basis eines Werkvertrages.

 
 

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