Anschlag auf Danziger Bürgermeister: Geschmackloses Bild schockt Polen

Paweł Adamowicz (†53) war seit 1998 Bürgermeister von Danzig.
Paweł Adamowicz (†53) war seit 1998 Bürgermeister von Danzig.
Foto: imago/ZUMA Press

Danzig. Kaum eine Woche nach der tödlichen Messerattacke auf Paweł Adamowicz (†53), den Bürgermeister von Danzig, wird ein Foto in den Sozialen Medien verbreitet, das die Polen schockiert.

Auf dem Schwarz-Weiß-Foto ist in einer Klinge der Scherenschnitt von Jarosław Kaczyński (69), Vorsitzender der PiS-Partei, hineinmontiert worden. Ein versteckter Hinweis darauf, wen der anonyme Absender als wahren Attentäter auf den Bürgermeister im Geiste hält? Darüber berichtet die Bild.

Mord an Bürgermeister von Danzig schockt Polen

Demnach hatten zunächst auch der Museumschef sowie ein Mitarbeiter des Museum in Warschau das Foto geteilt - zum Gedenken an den Warschauer Aufstand gegen die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Doch beide löschten es recht schnell wieder von ihren Facebook-Seiten.

+++Danzig: Bürgermeister nach Messerattacke bei Benefiz-Veranstaltung gestorben+++

Nach der Gewalttat ist in Polen eine politische Diskussion über Hassreden entbrannt. Kritiker meinten, der heftige Streit zwischen Opposition und Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit PiS könne zur Eskalation der Gewalt beigetragen haben.

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Warschauer Bürgermeister bittet Vize-Museumsleiter zum Gespräch

Rafał Trzaskowski, Warschaus neuer Bürgermeister, hatte zuvor vorgeschlagen, in Schulen Unterricht gegen Hass einzuführen. Doch rechtskonservative sehen darin den Versuch, linke Propaganda an Schulen durchzuführen.

Pawel Adamowicz, Bürgermeister der polnischen Hafenstadt Danzig, ist am Montag (14. Januar) verstorben. Er wurde während einer Benefiz-Veranstaltung am Samstag niedergestochen.

Dem 27 Jahre alten Angreifer werfen die Behörden Mord vor. Als Motiv wurde Rache vermutet. Berichten zufolge war der wegen Banküberfällen verurteilte Mann psychisch krank. Er soll Adamowiczs ehemaliger Partei Bürgerplattform PO Schuld an seiner Haft gegeben haben.

Adamwicz, der die Aufnahme von Flüchtlingen befürwortete, war von extrem rechten Kreisen angefeindet worden. Kritik an dem Politiker, der liberale Ansichten vertrat, gab es auch in öffentlich-rechtlichen Medien, die der nationalkonservativen Regierung nahe stehen.

Das Danziger Attentat könne man kaum anders als im Kontext jener Hasskampagne sehen, sagte der Warschauer Soziologe Jacek Kucharczyk. Seit Antritt der nationalkonservativen PiS-Regierung gebe es eine zunehmende Billigung politischer Gewalt, sagte der Politikexperte des Instituts für Öffentliche Angelegenheiten (ISP).

Mit einer bewegenden Trauerfeier haben Zehntausende Polen den erstochenen Danziger Bürgermeister Pawel Adamowicz verabschiedet. Das parteilose Oberhaupt der nordpolnischen Stadt wurde am Samstag in der Marienkirche beigesetzt. (js mit dpa)

 
 

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