Anschlag auf Auto eines Linken-Politikers in Freital

Freital.  Unbekannte haben im sächsischen Freital mit einem Sprengstoffanschlag das Auto eines Kommunalpolitikers der Linkspartei zerstört. Verletzt wurde bei der Explosion in der Nacht zu gestern niemand. Michael Richter ist Fraktionschef der Linken im Stadtrat. Seine Partei verdächtigt Rechtsradikale als Täter. In den vergangenen Wochen hatte es in der Stadt nahe Dresden immer wieder Proteste gegen das Flüchtlingsheim im Ort gegeben.

Der frühere Oberbürgermeister-Kandidat berichtete, es habe zuvor Morddrohungen gegen ihn gegeben. Dennoch zeigte er sich entschlossen weiterzumachen. „Wir können die Straße, wir können die Meinungsführerschaft nicht denen überlassen, die offen Hass gegen Menschen propagieren“, sagte Richter. Er berichtete von einem lauten Knall in der Nacht. Über dem Auto habe er eine Rauchwolke gesehen. An dem Wagen entstand Totalschaden. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen.

Politiker anderer Parteien verurteilten den Anschlag. SPD-Fraktionschef Dirk Panter sah eine neue Dimension politischer Gewalt erreicht: „Es sind Angriffe auf unsere Gesellschaft, auf unseren Rechtsstaat.“ Der Chef der sächsischen Staatskanzlei, Fritz Jaeckel, sagte: „Bedrohungen, Beschimpfungen oder sogar Gewalt gegen Menschen, die Asylbewerbern helfen, können nicht geduldet werden.“

Fremdenfeindliche Anschläge nehmen in Sachsen zu. Am Sonntag waren in Dresden in einem Flüchtlingsheim nach Steinwürfen sechs Scheiben zu Bruch gegangen. Die Beamten griffen nahe dem Tatort 27 Personen auf und stellten deren Identität fest. Am Freitag hatte es in Dresden gewalttätige Ausschreitungen bei einer NPD-Demo gegen Asylbewerber gegeben.

 
 

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