Anne Will: Kritik an Gästeauswahl – ARD-Moderatorin spricht Klartext: „Der Witz ist doch, dass...“

Anne Will wehrt sich gegen Kritik. (Archivbild)
Anne Will wehrt sich gegen Kritik. (Archivbild)
Foto: dpa

Am Sonntagabend gibt es wieder eine neue Folge von Anne Will in der ARD.

Vorab hat der Sender bereits die Liste mit Gästen veröffentlicht, die bei Moderatorin Anne Will zu Gast sein werden.

Mit dabei:

  • Peter Altmaier (CDU), Bundeswirtschaftsminister
  • Annalena Baerbock (Grünen), Parteivorsitzende
  • Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (OIK)
  • Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)
  • Bernd Ulrich, stellvertretender Chefredakteur „Die Zeit“

Das Thema am Sonntag: Das Klimaschutzpaket der Bundesregierung und die Frage: Reichen die beschlossenen Maßnahmen? Anne Will möchte mit ihren Gästen darüber diskutieren, ob die Maßnahmen Erfolg haben werden und damit die gesetzten Klimaschutzziele eingehalten werden können oder ob sie eine Enttäuschung sind.

Anne Will: Gästeauswahl stößt auf Kritik

Doch mit der Auswahl der Gäste ist nicht jeder einverstanden. Dazu gehört unter anderem Nils Heisterhagen, ehemaliger SPD-Grundsatzreferent der Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz.

Er twittert: „In Deutschland wird Pluralismus ganz groß gehalten. Und dann sieht eine öffentlich-rechtliche Diskussionsrunde so aus. 4 Grüne und ein Schwarzer. Im Übrigen ging es letzte Woche bei Anne Will schon ums Klima. Wir können auch mal über die Rezession reden.“

+++ Panne bei Anne Will: Danach eskaliert die Situation +++

Eine Woche zuvor ging es bei Anne Will tatsächlich ebenfalls um Klimapolitik, unter anderem zu Gast: Andreas Scheuer (CSU) und Cem Özdemir (Grünen). Die Diskussion der beiden artete in einen Streit aus, der bei Twitter heiß diskutiert wurde.

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Anne Will:

  • Talkshow mit Schwerpunkt Politik in der ARD
  • Die Show läuft seit 2007 in der ARD. Von 2007 bis 2011 sonntag. Später wurde die Show wegen zugunsten von „Günther Jauch“ auf den Sendeplatz am Mittwoch verschoben.
  • Seit 2016 läuft sie Sendung wieder sonntags, 21.45 Uhr
  • Moderation: Anne Will
  • es ist die meistgesehene Talksendung im deutschen Fernsehen

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Jochen Ott: „Unglaubliche Sache“

SPD-Landtagsabgeordneter in NRW, Jochen Ott, retweetet den Beitrag von Heisterhagen und schreibt dazu: „Dies ist eine unglaubliche Sache. 4 sagen reicht nicht - einer wird verprügelt. Das ist doch kein spannender Journalismus.“ Auch er kritisiert Anne Will für die Auswahl der Gäste.

Dann schaltet sich Anne Will selbst in die Diskussion ein. Sie sieht das Problem nämlich an ganz anderer Stelle als bei ihren Gästen und twittert: „Der Witz ist doch, hätte sich die Bundesregierung an den Empfehlungen ihres Beraters Ottmar Edenhofer orientiert, würde der jetzt nicht sagen 'reicht nicht' und #NotMyKlimapaket. Oder anders: Könnte die Kritik am Klimapaket womöglich am Klimapaket liegen?“

Die meisten User unterstützen die Moderatorin unter ihrem Post. „Wenn 99 % Meinung A und 1 % Meinung B haben, muss das unbedingt ausgeglichen repräsentiert werden, ist doch klar“, schreibt ein Twitter-Nutzer.

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GroKo beschließt Klimapaket – Edenhofer: „Lächerlich“

Doch einige schlagen sich auch auf die Seite der Kritiker. „Sie haben den Kritikpunkt offenbar nicht ganz durchdrungen. Der Wunsch ist eben, dass Sie als Journalistin keine Wertung vornehmen. Und Sie Antworten mit einer Wertung und 'Aber ich hab Recht!'“, antwortet ein Follower.

Peter Altmaier freut sich dennoch auf den Talk. „Freue mich sehr auf Anne Will heute Abend“, schreibt er bei Twitter. „Auch wenn es bei den Auffassungen 4:1 stehen sollte, ich halte das aus und freue mich auf eine sachliche und faire Debatte. Klimaschutz geht uns alle an, egalb in welcher Partei wir sind.“

Am Freitag hatte die GroKo ein Klimapaket beschlossen, das zum Teil massive Änderungen mit sich bringt. Unter anderem soll ein CO2-Preis Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas verteuern (hier alle Details).

Doch nicht alle sind mit dem Beschluss zufrieden. Unter anderem Edenhofer sind die Maßnahmen nicht genug, er nennt den geplanten CO2-Preis „lächerlich niedrig“. Dem „Handelsblatt“ erklärte er: „Das Klimapaket ist ein Dokument der politischen Mutlosigkeit. Die selbstgesetzten Klimaziele wird die Koalition damit nicht erreichen.“

Das Klimapaket nennt er im Interview ein „Flickwerk“ und ist sich sicher, dass es das Verhalten der Menschen nicht ändern wird.

Derweil blickt die Welt gespannt nach New York, wo am Montag der Klimagipfel beginnt. Dann wird auch Aktivistin Greta Thunberg vor Ort sein, die maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass der Klimawandel wieder ein bedeutendes politisches Thema ist.

 
 

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