Anne Will (ARD): Extrawurst für Jens Spahn irritiert TV-Zuschauer – „Wie so ein Privatpatient“

Maischberger, Lanz und Co.: Das sind die deutschen Talkmaster

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„Schwindendes Vertrauen ins Corona-Krisenmanagement – was muss jetzt passieren“, will Moderatorin Anne Will in ihrer ARD-Talkshow am Sonntagabend wissen.

CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn, prominentester Gast in dieser ARD-Runde von Anne Will, kann bei vielen TV-Zuschauern jedenfalls kein neues Vertrauen aufbauen. Es gibt heftige Beschwerden über seinen Auftritt.

Anne Will (ARD): „Wie so ein Privatpatient“ – Autfritt von Jens Spahn sorgt für Kritik

Normalerweise ist es in politischen Talkshows üblich, dass die Gäste untereinander debattieren und streiten. Für Jens Spahn macht Anne Will eine sonderbare Ausnahme.

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Die Gäste bei Anne Will am 7. Februar 2021:

  • Jens Spahn (CDU): Bundesminister für Gesundheit
  • Manuela Schwesig (SPD): Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern
  • Ralph Brinkhaus (CDU): Fraktionsvorsitzender der Union im Bundestag
  • Sahra Wagenknecht (Die Linke): Bundestagsabgeordnete
  • Georg Mascolo: Leiter der Recherchekooperation von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung
  • Cornelia Betsch: Professorin für Gesundheitskommunikation an der Universität Erfurt

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Fragwürdige Extrawurst für Jens Spahn bei Anne Will (ARD)

Zu Beginn der Sendung stellt Anne Will ihre Gäste vor. Bei Minister Spahn heißt es, dass er „zum Einzelgespräch" da sei. Tatsächlich bekommt er im Verlauf der Sendung dann einen 13-minütigen Solo-Auftritt.

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Zwar bohrt Anne Will mit ihren Fragen hier kritisch nach, doch die anderen Gäste müssen schweigen und zuhören. Jens Spahn wird ebenso wie Ministerpräsidentin Schwesig und Professorin Betsch über die Videowand in die Sendung zugeschaltet. Zugegeben: Das macht eine lebendige Debatte schwieriger, doch nur Spahn bekommt diese Extrawurst.

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5 Fakten über Jens Spahn (CDU):

  • Schon mit 22 wurde er erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt.
  • Spahn hat zwei jüngere Geschwister
  • Neben seiner Arbeit als Abgeordneter schloss er 2017 als Master of Arts ein Studium der Politikwissenschaft an der Fernuniversität Hagen ab.
  • Erstmal machte er 2012 in einem Spiegel-Interview seine Homosexualität öffentlich.
  • Essens OB Thomas Kufen traute Jens Spahn und seinen Ehemann Daniel Funke.

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Sonderbehandlung von Jens Spahn bei Anne Will: „Er hat scheinbar ein Premium-Abo“

Bei vielen TV-Zuschauern kommt die Sonderbehandlung für Jens Spahn jedenfalls schlecht an, was man an Reaktionen auf Twitter gut ablesen kann.

Twitter-Reaktionen auf das Einzelinterview mit Gesundheitsminister Jens Spahn:

  • „Der Gesundheitsminister macht nur Einzelgespräch. Wie so ein Privatpatient.“
  • „Warum steht Herr Spahn nur für ein Einzelinterview zu Verfügung? Soll das Diskurs sein?“
  • „Jens Spahn hat scheinbar ein Premium-Abo für Anne Will, so dass er als Einzelgast seine Messages loswerden darf.“
  • „Einzelinterview hat was von Privataudienz.“
  • „Jens Spahn ist also zum 'Einzelgespräch' bei Anne Will. Das heißt, Georg Mascolo, Manuela Schwesig, Cornelia Bersch und Sarah Wagenknecht dürfen dem Gesundheitsminister keine kritischen Fragen stellen.“

Sogar TV-Mann Erhard Scherfer, Korrespondent im Phoenix-Hauptstadtstudio, postet einen kritischen Kommentar zum Spahn-Auftritt: „In die nächste Talkrunde gehe ich übrigens auch nur noch als 'Einzelinterview'.“

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Anne Will (ARD): Jens Spahn deutet Lockdown-Verlängerung an – „Einige harte und schwere Wochen“

Immerhin entlockt Anne Will dem Gesundheitsminister in dem Einzelinterview einige Andeutungen zur kommenden Lockdown-Strategie.

Das Ziel einer bundesweiten Corona-Inzidenz von unter 50 werde bis Sonntag, also dem Lockdown-Stichtag 14. Februar, nicht erreicht werden. „Wir alle sind diese Pandemie leid“, gibt sich Spahn in der ARD-Sendung verständnisvoll, doch um eine Lockdown-Verlängerung kommt man wohl nicht mehr herum.

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Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder deutete das am Sonntag bereits an. Auf Deutschland würden noch „einige harte und schwere Wochen“ zukommen, so Spahn. Ähnlich wie Manuela Schwesig sagt Spahn, dass es Lockerungen nur „Zug um Zug“ und „in bestimmten Regionen" geben könne, offenbar beginnend mit Kitas und Schulen.