Anne Will (ZDF): Scholz und Habeck im Ampel-Talk – FDP-Politikerin spottet: „Da ist aber wer eingeschnappt“

Anne Will diskutiert mit Olaf Scholz und Robert Habeck über die Ampel-Pläne – ein Vertreter der FDP fehlt.
Anne Will diskutiert mit Olaf Scholz und Robert Habeck über die Ampel-Pläne – ein Vertreter der FDP fehlt.
Foto: ARD

Ampel-Talk bei Anne Will! In der Talkshow in der ARD waren die Pläne von SPD, Grüne und FDP DAS Thema.

Doch während SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und Grünen-Co-Vorsitzender Robert Habeck gegenüber Anne Will über Inhalte und Probleme in den Verhandlungen sprachen, war die FDP nicht persönlich vertreten. Das stieß Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Mitglied des FDP-Bundesvorstandes, offenbar sauer auf.

Anne Will (ARD): Olaf Scholz und Robert Habeck zu Gast in Talkshow – FDP nicht vertreten

ARD-Talkmasterin Anne Will stellte am Sonntagabend mit SPD-Politiker Olaf Scholz und Grünen-Co-Chef Robert Habeck vor allem das Ampel-Sondierungspapier in den Fokus.

Doch auch wenn kein politischer Vertreter der FDP, die mit SPD und Grünen künftig die neue Bundesregierung stellen will, im Studio war, war die Partei von Vorsitzendem Christian Lindner logischerweise trotzdem immer wieder Thema.

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Anne Will – die Gäste am Sonntag:

  • Olaf Scholz, SPD-Kanzlerkandidat
  • Robert Habeck, Co-Vorsitzender der Grünen
  • Claudia Kemfert, Wirtschaftswissenschaftlerin
  • Ursula Münch, Professorin für Politikwissenschaft
  • Rainer Hank, Wirtschaftsjournalist bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

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So sollten Habeck und Scholz gegenüber Anne Will dazu Stellung nehmen, dass viele Punkte im Sondierungspapier eher dem Programm der FDP entsprechen, während SPD und Grüne einige Wahlkampfpunkte fallen lassen mussten – darunter zum Beispiel das Tempolimit auf deutschen Autobahnen.

Robert Habeck und Olaf Scholz nutzten dabei nicht die Gelegenheit, gegen die FDP zu schießen – im Gegenteil. So betonte Ersterer, dass das Sondierungspapier ja erstmal nur ein Dokument zwischen den Parteien sei, dass man sich zutraue, einen Koalitionsvertrag aufzusetzen – „mit Partnern, die erst einmal üben müssen, miteinander klar zu kommen“.

Doch was hält die FDP eigentlich davon, dass Anne Will behauptet, die Liberalen haben sich als „Elfprozent-Partei 100 Prozent durchgesetzt“? Die Frage bleibt offen, schließlich ist kein FDP-Politiker zu Gast. Genau das spricht Marie-Agnes Strack-Zimmermann auf Twitter an – und erhält dafür auch Gegenwind.

+++ Ampel: Überraschung bei Anne Will! Ausgerechnet SIE sind Sonntag zu Gast +++

Anne Will (ARD): „Mal gerne einfach mit der FDP debattieren, das macht es einfacher“

Die FDP-Bundestagsabgeordnete ist Mitglied im Bundesvorstand der Partei, schreibt am Sonntagabend: „Freue mich immer, wenn bei Anne Will so viel über die FDP gesprochen wird. Dass Olaf Scholz und Robert Habeck unsere Standpunkte erklären, zeigt den konstruktiven & fairen Geist der Ampel. Beim nächsten Mal aber gerne einfach mit der FDP debattieren, das macht es einfacher.“

Der Tweet erregt viel Aufmerksamkeit, so stimmen einige Nutzer der Kritik zu, andere sind jedoch froh, die FDP mal nicht in einer Talkshow zu sehen.

  • „Bloß nicht.“
  • „Frau Strack-Zimmermann, die FDP kommt in der Hälfte aller Talkshows vor. Da man sich die Events auch in der Mediathek anschauen kann, und die Position der FDP dazudenken kann, braucht es die FDP nicht in 100% der Fälle. Talkshows mit 2 oder 3 Leuten sind viel angenehmer als mit 5.“
  • „Hat aber auch so gut funktioniert. Ich finde, Sie können sich total freuen, dass trotzdem die Ampel einheitlich repräsentiert wurde, obwohl ein Partner fehlte.“
  • „Zuletzt waren Annalena Baerbock und Christian Lindner bei Maybrit Illner. Da hat die SPD gefehlt...“
  • „Ach, ich war sehr froh, dass die FDP nicht bei Anne Will war. Diese Partei hat die wenigsten Stimmen und bläht sich am meisten auf. Ich kann gut auf Sie, CL und Wissing verzichten. Und auf Frau Gebauer sowieso.“
  • „Müssen/ sollen jetzt immer alle drei Ampelpartner:innen gemeinsam in eine Talkshow eingeladen werden? Ein bisschen großzügiger und lockerer dürfen Sie gern noch werden…“
  • „Da ist aber wer eingeschnappt.“

Einige andere behaupten wiederum, die Talkshow von Anne Will sei grundsätzlich links eingestellt und die Abwesenheit der FDP Absicht – dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass Journalist Hank nach eigener Aussage den Inhalten der FDP nahe steht.

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Eine Kommentator fragt sich dagegen, ob die FDP im umgekehrten Fall auch Robert Habeck und Olaf Scholz unterstützen würde. „Logisch“, bestätigt Strack-Zimmermann mit einem Ampel-Emoji. Na, wenn das nicht Grund zur Hoffnung auf erfolgreiche Koalitionsgespräche gibt.

Den ganzen Talk bei „Anne Will“ kannst du dir in der ARD-Mediathek anschauen. (kv)