Anne Will (ARD): Diese Corona-Strategie sorgt für hitzige Diskussionen – „Haben nicht die Situation, dass wir uns das wegwünschen können“

Anne Will (ARD): In der Sendung ging es erneut um die Corona-Krise. (Symbolbild)
Anne Will (ARD): In der Sendung ging es erneut um die Corona-Krise. (Symbolbild)
Foto: ARD Mediathek

Bei Anne Will (ARD) ging es am Sonntag zumindest im Bezug auf ein Thema ziemlich hoch her.

Besonders zwei Gäste von Anne Will (ARD) hatten zu dem Thema nämlich ganz unterschiedliche Meinungen.

Anne Will (ARD): Corona erneut im Mittelpunkt

Wie in so vielen Talkshows sollte es auch bei Anne Will (ARD) erneut um das Coronavirus gehen. Das machte schon ein Blick auf den Titel der Sendung klar: „Gefahr durch neue Corona-Mutanten – wie viel ‚Zumutung‘ braucht es jetzt?“

Zu diesem Zweck waren die folgenden Gäste geladen:

  • Helge Braun (CDU), Chef des Bundeskanzleramts und Bundesminister für besondere Aufgaben
  • Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz
  • Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln
  • Uwe Janssens, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler
  • Vanessa Vu, Redakteurin bei „Zeit Online“

Dabei war besonders Helge Braun mehr oder weniger die ganze Sendung damit beschäftigt den aktuellen Corona-Kurs der Regierung auch mit Bezug auf die Mutationen zu verteidigen. Die Mutanten seien mittlerweile in Deutschland angekommen und würden wie bereits in anderen Staaten „die Führung übernehmen“. „Deshalb ist es jetzt wichtig, dass wir Kurs halten, dass wir die Zahlen sehr stark senken“, so der CDU-Politiker.

In diesem Punkt sprang ihm auch der Mediziner Michael Hüther zur Seite. „Wir wollen doch ganz klar dahin kommen, dass wir unter zehn sind“, so der Mediziner im Bezug auf die 7-Tage-Inzidenz, bei der in Deutschland immer noch 50 die „magische Zahl“ sei.

Anne Will (ARD): DAS bereitet dem Mediziner Sorge

Besondere Sorge bereite dem Mediziner die Mutation des Coronavirus aus Brasilien, nicht die aus Großbritannien. In dem südamerikanischen Land hätten sich auch Menschen mit der Mutation angesteckt, welche bereits Corona gehabt hätten. „Das heißt, das Immunsystem war gar nicht mehr in der Lage, mit den Antikörpern, die es gebildet hatte, die neue Mutation zu erfassen.“ In der Sendung von Anne Will (ARD) warnte er deshalb auch vor Entstehungen und Ausbreitungen weiterer Mutationen wenn die Infektionszahlen weiter hoch bleiben würden. „Dann haben wir die furchtbare sogenannte dritte Welle.“

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Immerhin war sich die Runde einig, dass die Infektionszahlen weiter gesenkt werden müssen. Doch welche Stratege die „richtige“ ist, darüber herrschte große Uneinigkeit. Im Fokus stand dabei das aktuell diskutierte No-Covid-Papier.

Anne Will (ARD): Diese Corona-Strategie sorgt für hitzige Diskussionen

Das No-Covid-Papier enthält Vorschläge einer Expertengruppe, welche vorsehen die Inzidenz auf Null zu senken. Dafür sollen lokale Einschränkungen, Mobilitätskontrollen, Tests und Quarantänen genutzt werden. Bei einer erfolgreichen Senkung sollen die Restriktionen wegfallen – steigen die Zahlen, sollen sie wieder eingeführt werden.

Die Journalistin Vanessa Vu ist große Anhängerin des No-Covid-Papiers. „Die Strategie ist einfach eine langfristig tragbare“, so Vu. Die derzeitigen Maßnahmen der Regierung kritisiert sie scharf. Diese hätten die Leute „völlig zermürbt“. Mit konkreten Zielen würden die Leute motiviert werden, die Maßnahmen umzusetzen.

Eine ganz andere Position nahm Michael Hüther ein. Seiner Meinung nach sei eine Senkung auf Null besonders im Winter nicht praktikabel. Es drohe sonst eine Abschottung zwischen vermeintlich coronafreien Zonen und anderen Gebieten, was Wertschöpfungs- und Innovationsketten gefährde, sagte der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln. Vu warf ihm „zynischen Umgang mit Menschenleben“ vor.

Hüther wehrte sich gegen die Vorwürfe und meinte, dass man es mit einer Abwägung von Risiken zu tun hätte. Auch durch eine wirtschaftliche Zerrüttung würde es zu vielen Todesfällen kommen. „Die Vorstellungen in dem Papier, wie Wirtschaft funktioniert, haben mit der realen Wirtschaft nichts zu tun. Sie unterbrechen die Wertschöpfungsketten, sie unterbrechen die Innovationsketten und damit das wirtschaftliche Handeln in diesem Land,“ so Hüther. „Wir haben nicht die Situation, dass wir uns das wegwünschen können.“

+++ Anne Will (ARD): Schon vor der Sendung regen sich Zuschauer auf – der Grund dafür ist DIESES Wort +++

Auch Malu Dreyer (SPD) hält eine Senkung der Inzidenz auf Null für nicht umsetzbar. Grund dafür sei die Geografische Lage sowie kulturelle und ökonomische Verflechtungen. Sie könne sich nicht vorstellen, „dass die Bevölkerung das mitgehen kann“. Als die große Problemstellung erwies sich in der Sendung, dass die Bevölkerung durch eine Strategie geschützt werden soll, aber diese auch eine Perspektive bieten müsse. Welche Strategie sich dafür eigne, darüber wurden sich die Talkshowgäste von Anne Will (ARD) nicht einig. (gb)

 
 

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