Annäherung zwischen Putin und Sarkozy

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Moskau. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat sich zufrieden über sein erstes Treffen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin geäußert.

Die Gespräche seien «entspannt, detailliert, offen und leidenschaftlich» gewesen, sagte Sarkozy am Dienstagabend nach einem dreistündigen Abendessen mit Putin in dessen Residenz im Moskauer Vorort Nowo Ogarewo. Vor allem in der Iran-Frage hätten sich die Positionen angenähert, sagte der französische Staatschef weiter, ohne Details zu nennen.

Im Gegensatz zu Frankreich lehnt Russland weitere UN-Sanktionen im Atomstreit mit dem Iran ab und ist strikt gegen eine Unabhängigkeit der Provinz Kosovo. Unmittelbar vor seinem Treffen mit Putin hatte Sarkozy gegenüber russischen Zeitungen angekündigt, dass er bei seiner Forderung nach härteren Sanktionen gegenüber Teheran nicht nachgeben werde. Am Abend betonte der französische Staatschef, er habe in der Frage «eine Übereinstimmung gespürt». Auch in der Frage des künftigen Status' des Kosovo zeigte sich Sarkozy vorsichtig optimistisch. Putin wolle offenbar «die Tür zu einer Lösung nicht verschließen, die eine Demütigung verhindert», sagte Sarkozy. Beide Seiten hätten «einen Weg gefunden, der es uns ermöglichen könnte, unsere Ansichten anzunähern», sagte er weiter, ohne dies näher auszuführen.

Bei dem Gespräch ging es laut Sarkozy auch um den Umgang in Russland mit den Menschenrechten. Die Diskussion sei «detailliert und weitgehend friedlich» verlaufen, sagte Sarkozy. Putin habe darauf hingewiesen, dass sich die russische Gesellschaft mitten im Entwicklungsprozess befinde. «Ich denke, die russische Gesellschaft hat sich schon gut entfaltet, und es wäre schade, wenn dies durch gewisse Schritte und Standpunkte wieder aufs Spiel gesetzt würde». Generell habe er von Putin das Bild eines Mannes gewonnen, der «direkt, mutig und entschlossen ist und es akzeptieren kann, wenn er auf dieselbe Art und Weise angesprochen wird», fasste Sarkozy seinen Eindruck von dem ersten Treffen zusammen.

Sarkozy hatte seit seiner Wahl im Mai mehrfach Kritik an Russland geübt und insbesondere den Umgang mit den Menschenrechten kritisiert. Damit und mit seiner Annäherung an die USA setzte er sich deutlich von der Politik seines Vorgängers Jacques Chirac ab, der als enger Freund Putins gilt. Für Mittwoch ist ein weiteres Treffen der beiden Präsidenten im Kreml vorgesehen. (afp)

 
 

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