Angela Merkel: Zwei Jahre altes Video setzt sie unter Druck – Experte spricht von „Arschtritt“

Angela Merkel hat 2017 im TV ein versprechen gegeben, dass sie gebrochen hat.
Angela Merkel hat 2017 im TV ein versprechen gegeben, dass sie gebrochen hat.
Foto: dpa

Berlin. Es sind schwierige Zeiten für die Bundesregierung und Kanzlerin Angela Merkel. Der Druck auf die Regierung in Sachen Klimapolitik ist groß - von allen Seiten. Mit der Verabschiedung eines neuen Klimapakets wollte die Bundesregierung es kurz vor dem Klimagipfel in New York im September allen recht machen.

Jenen, die große Einschränkungen in ihrem Alltag fürchten, etwa durch höhere Benzinpreise, und jenen, die seit Monaten auf die Straße gehen und drastische Maßnahmen im Klimaschutz fordern.

Angela Merkel: Aktivisten wütend auf Kanzlerin

Der große Wurf gelang Angela Merkel und der Großen Koalition aber nicht. Letztlich waren sowohl die „Fridays for Future“-Bewegung als auch Kritiker einer schärferen Klimaschutzpolitik wütend auf das Paket der Regierung.

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Vor allem die jungen Klimaschutzaktivisten waren enttäuscht, dass ihr monatelanger Protest offenbar keine konkreten Ergebnisse brachte.

Merkel gab 2017 Versprechen live im TV

Klimaexperte und „Parents for Future“-Aktivist Michael Flammer teilte kürzlich ein Video, das seiner Meinung nach zeigt, wie sehr die Bundesregierung ihre eigenen Versprechen bricht. Für besonderes Aufsehen sorgt dabei der Ausschnitt einer Rede von Kanzlerin Merkel.

Er stammt aus dem Wahljahr 2017, als Merkel zu Gast in der ZDF-Sendung „Klartext, Frau Merkel“ war. Darin antwortet sie auf eine Frage aus dem Publikum mit dem Versprechen: „Wir werden Wege finden, wir wir bis 2020 unser 40-Prozent-Ziel einhalten. Das verspreche ich Ihnen.“

Experte spricht von „Arschtritt“

Doch was steckt hinter dem „40-Prozent-Ziel“? Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 im Vergleich zum Jahr 1990 um 40 Prozent zu senken. Seit Anfang des Jahres ist aber klar, dass Deutschland dieses Ziel verfehlen wird und die Einsparung „nur“ bei 32 Prozent liegen wird.

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Damals versprach Regierungssprecher Steffen Seibert noch, man wolle das Ziel aber „so schnell wie möglich“ erreichen. Das neue Maßnahmen-Paket ist dazu nach Meinung von Experten und den „Fridays for Future“-Aktivisten aber völlig ungeeignet.

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Das ist Angela Merkel:

  • Geboren 1954 in Hamburg als Angela Kasner
  • Wenige Wochen nach ihrer Geburt zog Merkels Familie in die DDR, weil ihr Vater dort eine Stelle als Pfarrer antrat
  • 1973 machte sie das Abitur mit der Note 1,0
  • 1977 heiratete Merkel den Physikstudenten Ulrich Merkel, die Ehe wurde 1982 allerdings geschieden
  • 1978 schloss Merkel ihr Diplom mit der Note „sehr gut“ ab und machte 1986 ihren Doktor im Bereich Chemie
  • Nach dem Fall der Mauer begann Merkel, sich politisch zu engagieren, trat 1990 schließlich in die CDU ein
  • 1991 machte der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl Merkel überraschend zur Ministerin für Frauen und Jugend. 1994 folgte der Wechsel an die Spitze des Umweltministeriums
  • Nach der krachenden Wahlniederlage der CDU im Jahr 1998, wurde Merkel zur neuen Generalsekretärin der CDU
  • 2000 folgte dann der Aufstieg an die Parteispitze, als Merkel zur neuen CDU-Vorsitzenden gewählt wurde, 2002 übernahm sie auch den Vorsitz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
  • Nach sieben Jahren in der Opposition wurde Merkels CDU bei der vorgezogenen Bundestagswahl 2005 knapp zur stärksten Kraft - und sie damit zur Kanzlerin

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Volker Quaschning, Ingenieur und Professor für Regenerative Energiesysteme von der HTW Berlin geht sogar so weit, von einem „Arschtritt für die junge Generation“ zu sprechen.

Um die weiteren Klimaschutzziele zu erreichen, muss die Bundesregierung nach Ansicht von Experten deutlich mehr tun, als im bisherigen Paket beschlossen. Bis 2050 etwa will die Bundesregierung die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 um 80 bis 95 Prozent senken.

 
 

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