Angela Merkel: Helmut Kohls Sohn mit Vorwürfen gegen Kanzlerin

Walter Kohl macht Angela Merkel mitverantwortlich für den Tod seiner Mutter.
Walter Kohl macht Angela Merkel mitverantwortlich für den Tod seiner Mutter.
Foto: dpa

Es sind heftige Vorwürfe gegen Angela Merkel! Formuliert von Walter Kohl, dem Sohn von Ex-Kanzler Helmut Kohl.

In einem Interview mit dem „Zeit Magazin“ wirft der Unternehmer der Kanzlerin eine Mitschuld am Tod seiner Mutter Hannelore vor. „Für mich hat Frau Merkel einen nicht unerheblichen Anteil am Tod meiner Mutter“, sagte Kohl. Hannelore Kohl hatte 2001 Selbstmord begangen.

Angela Merkel: Heftige Vorwürfe von Helmut Kohls Sohn

Er habe nicht vergessen, wie sich Angela Merkel in der CDU-Spendenaffäre 1999 verhalten habe, so Kohl junior im Interview, dass im März 2017 erschien. „Schäbig“ sei es gewesen, dass die damalige CDU-Generalsekretärin in einem Brandbrief in der FAZ sich von Kohl distanzierte, der die Namen der illegalen Spender nicht nennen wollte. „Der Punkt ist, Frau Merkel hat damals in dem Brandbrief nicht, und auch später zu keinem Zeitpunkt, öffentlich gesagt: Lasst die Familie aus dem Spiel. Dabei wusste sie genau, dass meine Mutter schwer krank war.“

Merkel und Hannelore Kohl seien zuvor gut miteinander befreundet gewesen, so Walter Kohl. Seine Mutter habe Merkels Karriere nach der Wiedervereinigung sehr geholfen. Das änderte sich mit der CDU-Spendenaffäre, so Kohl. „Und dies ist der Vorwurf, den ich Frau Merkel mache: dass sie im Machtkampf in der CDU das Leid meiner Mutter einfach als Kollateralschaden hingenommen hat.“

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Hannelore Kohl wurde als „Spendenhure“ beschimpft

Hannelore Kohl musste laut ihrem Sohn in der Folge einiges über sich ergehen lassen. „Meine Mutter wurde auf übelste Art geschmäht, sogar als "Spendenhure" beschimpft, ihr wurde alles Mögliche angedichtet. Sie verlor dadurch ihr Gesicht, sie wurde zur Unperson. Für sie war das alles umso schmerzhafter, weil sie sich von Angela Merkel verraten fühlte.“

Walter Kohl hatte schon vor dem Tod seines vaters jahrelang keinen Kontakt mehr zu ihm. Die letzte Begegnung beschreibt er gegenüber dem Zeit Magazin wie folgt: „2011, am zehnten Todestag meiner Mutter, haben wir an der Tür des Elternhauses in Oggersheim geklingelt, weil wir mit unserem Vater an ihr Grab gehen wollten. Doch dann kam die Polizei, einige der Beamten kannte ich sogar. Sie sprach gegen uns einen Platzverweis aus – weil wir ein Sicherheitsrisiko seien. Vier Beamte, zwei davon mit Maschinenpistolen, standen mit uns im Vorgarten und forderten uns auf, das Grundstück zu verlassen. Eine bizarre Situation. Ja, das ist die Realität: Selbst auf dem Höhepunkt des RAF-Terrorismus war es einfacher, meinen Vater zu erreichen, als heute.“

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Walter Kohl: „Eine Partei wie die AfD wäre nicht entstanden, wenn...“

Auch zur AfD nahm Kohl Stellung - und wirft den etablierten Parteien Arroganz vor: „Eine Partei wie die AfD wäre nicht entstanden, wenn die sogenannte etablierte Politik anders gehandelt hätte. Das ist die Quittung für deren über Jahrzehnte gewachsene Überheblichkeit.“ (ms)

 
 

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