Angela Merkel: Ex-Behördenchef enthüllt, was in Geheimdiensten über sie getuschelt wurde

Das brisante Buch des Ex-BND-Chefs dürfte Angela Merkel nicht gefallen.
Das brisante Buch des Ex-BND-Chefs dürfte Angela Merkel nicht gefallen.
Foto: imago images / Political-Moments

Nun kommt raus, was im Geheimen wirklich über Bundeskanzlerin Angela Merkel gesagt wurde. Der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND), Gerhard Schindler, packt in einem brisanten Buch aus.

In seinem Buch „Wer hat Angst vorm BND?“ enthüllt der Ex-Behördenchef, wie in den Geheimdiensten weltweit tatsächlich über Kanzlerin Merkel geurteilt wurde.

Kanzlerin Angela Merkel: „Ausnahmslos Fassungslosigkeit“ in Geheimdiensten

Gerhard Schindler (68), der wegen der Affäre um die Spionagetätigkeiten des US-Geheimdienstes NSA in Deutschland sowie BND-Abhöraktionen gegen befreundete Staaten in den Ruhestand geschickt wurde, meldet sich mit einer Publikation öffentlich zurück.

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Das ist der Bundesnachrichtendienst (BND):

  • Der Bundesnachrichtendienst wurde 1956 als Auslandsnachrichtendienst der BRD gegründet.
  • Er gehört neben dem Bundesamt für Verfassungsschutz und dem Militärischen Abschirmdienst zu den drei bundesdeutschen Nachrichtendiensten.
  • Vorgänger des BND war die antikommunistische „Organisation Gehlen“ in der Nachrkriegszeit.
  • Der BND ist direkt dem Bundeskanzleramt unterstellt.
  • Im Jahr 2019 öffnete die neue BND-Zentrale in Berlin. Bis dahin hatte die Behörde ihren Hauptsitz in Pullach bei München.

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Ex-BND-Chef über Angela Merkel und die Bundesregierung: Angst vor „unangenehmen Fernsehbildern“

Der Ex-BND-Chef geht mit Kanzlerin Merkel hart ins Gericht. Hintergrund ist die Flüchtlingskrise 2015. Merkel hätte gleich zu Beginn der Krise ein Signal an die Herkunftsländer setzen sollen, „zum Beispiel durch ein Schließen der Grenze zu Österreich“. Doch Merkel habe Angst gehabt vor „unangenehmen Fernsehbildern an den deutschen Grenzen“.

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Durch diese Politik der offenen Grenzen hätten die politisch Verantwortlichen angeblich Deutschland in Europa isoliert und die Gesellschaft hierzulande gespalten. „Der Satz der Bundeskanzlerin 'Wir schaffen das!' war in seiner Pauschalität nicht gut“, urteilt Schindler im Nachhinein. Er habe, wenn auch ungewollt, eine enorme Sogwirkung entfaltet.

Bei seinen Gesprächen mit ausländischen Geheimdienstchefs sei „ausnahmslos Fassungslosigkeit über die deutsche Vorgehensweise zu verzeichnen“ gewesen.

Attacke auf Angela Merkel und die Bundesregierung: „Argument der 'unschönen Bilder'“

Als Gastautor auf dem rechtskonservativen Blog „Die Achse des Guten“ legt Schindler mit einem Auszug aus seinem Buch nach: „Das Argument der 'unschönen Bilder' konnten ich und viele meiner Kollegen erst gar nicht glauben. Es würde bedeuten, dass deutsche Politik dadurch bestimmt wird, ob Fotografen oder Fernsehkameras vor Ort sind oder nicht. Im Amtseid der Bundesminister heißt es, dass sie ihre 'Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden' sollen. Von schönen Bildern ist nicht die Rede. Es fehlte wohl die 'Kraft', es fehlte der Mut. Vielmehr wurde versucht, das Thema schönzureden.“

Nach Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen ist Schindler damit der zweite Ex-Geheimdienstleiter, der sich nach seiner Entlassung öffentlich gegen die Politik von Merkels Bundesregierung stellt. Möglicherweise verschafft ihm das einen Verkaufserfolg in den Buchläden. (mag)

 
 

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