André Poggenburg tritt aus der AfD aus - und gründet eigene Partei mit kryptischem Namen

André Poggenburg
André Poggenburg
Foto: dpa

Berlin. André Poggenburg hat die AfD verlassen und seine eigene Partei gegründet. Der rechtsnationale Politiker und ehemalige Landeschef in Sachsen-Anhalt äußerte sich gegenüber der „Welt“ über die Gründe seines Austritts und kritisierte den AfD-Vorstand.

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Dort sagte Poggenburg, die Partei habe Wahlversprechen gebrochen, weshalb ihm nur der Austritt geblieben sei. Poggenburgs Fazit: „Sie wird oft nicht mehr als wirklich patriotische Alternative wahrgenommen und hat diesbezüglich stark an Glaubwürdigkeit verloren.“

„Aufbruch deutscher Patrioten - Mitteldeutschland“: Poggenburg mit neuer Partei

Poggenburg, der in der Vergangenheit immer wieder durch verbale Entgleisungen auffiel, er wollen seinen „politischen Kampf für dieses Land außerhalb der AfD weiterführen“. Mit seiner neuen Partei wolle er im Herbst bei den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg antreten.

Die neue Partei trägt den Namen „Aufbruch deutscher Patrioten - Mitteldeutschland“. In der Nacht postete er auf seiner Facebook-Seite bereits Fotos, die Namen und Logo der neuen Gruppierung zu zeigen scheinen.

Er und seine Mitstreiter sähen die AfD trotz der Meinungsverschiedenheiten aber „nicht als unseren politischen Gegner“, sondern als «Verbündeten», sagte Poggenburg. Man wolle die Partei „im mitteldeutschen Raum ergänzen“. Eine Kooperation mit der NPD sei hingegen „überhaupt nicht geplant“.

Poggenburg oft verbal entgleist

Ihr haben sich dem „Welt“-Bericht zufolge noch weitere enttäuschte AfD-Mitglieder angeschlossen. Im Vorstand der neuen Partei sitzen demnach Egbert Ermer und Benjamin Przybylla, die bisher der sächsischen AfD angehörten.

Poggenburg kritisiert eine Hysterie in der AfD, hinter der die Angst vor einer drohenden Beobachtung durch den Verfassungsschutz stecke. Allerdings war er selbst auch schon mehrfach bei Parteifreunden mit markigen Sprüchen angeeckt. Zuletzt hatte Poggenburg am Silvestertag auf Twitter „Den Mitbürgern unserer Volksgemeinschaft ein gesundes, friedliches und patriotisches 2019!“ gewünscht.

„Endlich“: AfD-Politiker freut sich über austritt

Vergangenes Jahr hatte Poggenburg in einer Rede zum politischen Aschermittwoch in Deutschland lebende Türken pauschal als „Kümmelhändler“ und „Kameltreiber“ verunglimpft, die hierzulande „nichts zu suchen und nichts zu melden“ hätten.

Nach mehreren umstrittenen Reden, in denen er sich auch Vokabulars aus der Nazi-Zeit bediente, war Poggenburg im März 2018 auf internen Druck als Partei- und Fraktionschef in Sachsen-Anhalt zurückgetreten. Später hatte er Meinungsverschiedenheiten mit anderen führenden Mitgliedern des rechtsnationalen Flügels in der AfD. Dessen bekanntester Vertreter ist der Thüringer Landeschef Björn Höcke.

Nach Poggenburgs Rücktritt schrieb der AfD-Fraktions-Chef in Rheinland-Pfalz, Uwe Junge, auf Twitter: „Endlich - ich hoffe, er nimmt den ganzen Narrensaum und die selbst ernannten Patrioten mit!“ (dpa/jg)

 
 

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