Analoges Kabelfernsehen wird 2017 abgeschaltet

Andreas Böhme

Köln. Jedenfalls soll niemand gezwungen werden, seinen alten Röhren-Fernseher auszumustern. Wer zum Abschaltdatum immer noch analog empfängt, der bekommt von Unitymedia einen digitalen-Receiver geschenkt. „Wir lassen keinen Kunden zurück“, versichert der Chef des Kabelnetz-Betreibers. Allerdings geht Schüler davon aus, dass sich wegen Fußball-Europameisterschaft und den Olympischen Spielen viele Analogkunden ohnehin demnächst einen neuen Fernseher kaufen. Und in denen ist das nötige Empfangsteil fast immer schon verbaut.

Besser der Ton, schärfer das Bild, größer die Zahl der Programme. Digitales Fernsehen bietet viele Vorteile. Wahrscheinlich haben sich deshalb auch rund 85 Prozent aller Kabelkunden in NRW für einen Umstieg entschieden. Der Rest allerdings tut sich schwer – vor allem, wenn er weiblich ist, alleine lebt und in Rente ist. „Da gibt es eine gewissen Skepsis“, hat Schüler bei Umfragen erfahren. Die soll nun abgebaut werden. Mit Anzeigen, Werbekampagnen, kurzum mit jeder Menge Infos. Die wichtigsten davon sind: „Alle Programme, die Sie jetzt sehen können, können Sie auch im digitalen Fernsehen sehen.“ Und: „Der Umstieg ist kostenlos.“

Nächstes Jahr ist Schluss. Endgültig. Am 30. Juni 2017 schaltet der Kabelnetzbetreiber Unitymedia das analoge Fernsehen in Nordrhein-Westfalen ab. Das gab das Unternehmen gestern auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den Landesmedienanstalten aus seinem Verbreitungsgebiet bekannt. Derzeit nutzen zwischen Rhein und Weser geschätzt noch rund 400000 Haushalte die alte Technik. Einen dunklen Bildschirm muss ab Juli 2017 aber keiner von ihnen befürchten, versichert Unitymedia-Geschäftsführer Lutz Schüler. Und mit Kosten, verspricht er weiter, ist der Umstieg auf digitalen Empfang auch nicht verbunden.