An der Spitze des RVR steht bald eine Frau

Matthias Korfmann
Bei der RVR- Verbandsversammlung  wählten die 66 Delegierten des im Verband organisierten Städte einen neuen Regionaldirektor. Als Nafolgerin von Heinz-Dieter Klink wurde Karola Geiß-Netthöfel (52, SPD) aus Lünen gewählt. Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool
Bei der RVR- Verbandsversammlung wählten die 66 Delegierten des im Verband organisierten Städte einen neuen Regionaldirektor. Als Nafolgerin von Heinz-Dieter Klink wurde Karola Geiß-Netthöfel (52, SPD) aus Lünen gewählt. Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool
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Die Lünerin Karola Geiß-Netthöfel wird ab Sommer den Regionalverband Ruhr (RVR) leiten. Das „Ruhrparlament“ wählte die Juristin gestern mit knapper Mehrheit zur Nachfolgerin von RVR-Direktor Heinz-Dieter Klink. Die Opposition spricht von „Postengeschacher“.

Essen. Die Lünerin Karola Geiß-Netthöfel wird ab Sommer den Regionalverband Ruhr (RVR) leiten. Das „Ruhrparlament“ wählte die Juristin gestern mit knapper Mehrheit zur Nachfolgerin von RVR-Direktor Heinz-Dieter Klink.

Die Sozialdemokratin be­kam 37 von 66 Stimmen. SPD und Grüne stimmten offenbar geschlossen für Geiß-Netthöfel, Union und FDP sagten Nein, die Linken enthielten sich. Der Dortmunder Mi­chael Tönnes (Grüne) wurde mit 34 Stimmen zum Nachfolger des scheidenden RVR-Planungsdezernenten Thomas Rommelspacher gewählt.

Geiß-Netthöfel kündigte an, in Düsseldorf und Berlin dafür zu werben, „dass das Ruhrgebiet auf der Schiene und auf der Straße nicht abgehängt wird.“ Sie nannte als besonders ärgerliches Beispiel die überfüllten Züge im Nahverkehr. Zum Thema Ruhrgebiets -Umweltzone wollte sich die neue Frontfrau des Reviers nicht im Detail äußern. Es müsse ihrer Meinung nach aber eine „einheitliche Lö­sung“ geben. Karola Geiß-Netthöfel ist derzeit noch Vize-Regierungspräsidentin in Arnsberg.

„Was noch nicht ist, kann ja noch werden“

„Das vielerorts beklagte fehlende Gesicht der Region bringt die neue Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel mit ihrem Amtsantritt nicht. Sie ist politisch bisher nicht in Erscheinung getreten“ erklärt Roland Mitschke, Vorsitzender der CDU-Fraktion im RVR. „Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.“

Eine reine Dienstleistungsfunktion nach dem Verständnis ihres Amtsvorgängers wäre aber zu wenig, so Mitschke. Der CDU-Politiker bezeichnete die Wahlen als „Postengeschacher“. zwischen SPD und Grünen. Michael Tönnes habe keine Verwaltungs- und Führungserfahrung. Diese Wahl könne “die ohnehin vorhandene Skepsis der Stadtbauräte in den Rathäusern gegenüber der Kompetenz des RVR weiter bestärken.“

Der Fraktionschef der Linken im RVR, Wolfgang Freye, kritisierte, dass mit der neuen RVR-Chefin „alles so bleibt, wie es ist.“ Freye erkennt keinen Willen der neuen RVR-Leitung, den Verband politisch zu stärken und ihm mehr Kompetenzen zu geben. „Nur das würde unserer Region wirklich weiterhelfen“, sagte Freye.