Am Rad gedreht

Joachim Karpa zur Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung

Die Politik nähert sich der Lebenswirklichkeit. Ein gutes Zeichen. Mit der Novelle will die Bundesregierung die schwächsten Verkehrsteilnehmer besser schützen. Fußgänger und Radfahrer. Auch in Berlin ist angekommen, dass es wenig Sinn hat, wenn ein Knirps auf dem Gehweg fährt und sein Vater mit dem Rad auf der Straße fahren muss. Das hat keinen Sinn, macht es gefährlich und gehört der Vergangenheit an.

Ähnlich liegt der Fall bei Elektrorädern. Bislang durften sie nicht auf dem Radweg fahren. Ein sinnfreies Verbot. Jetzt ist es erlaubt. Wer weiß, dass das Elektrorad besonders bei älteren Menschen beliebt ist, kann nichts gegen die Neuerung haben. Auf dem Radweg sind sie sicherer unterwegs.

Der elektrische Hilfsantrieb ist es, der ihnen nach langer Pause zu neuer Mobilität verhilft, der die Lust neu weckt, in die Pedale zu treten. Warum? Mit diesem unsichtbaren Schub lässt sich mühelos jeder Anstieg meistern. Tagtäglich lässt sich diese Leichtigkeit auf dem Rad im Sauerland bestaunen. Und täglich werden es mehr, die zurück zum Zweirad finden. Zum Schluss noch ein Wort zur Erleichterung, Tempo-30-Zonen vor Kindergärten und Altenheimen anzuordnen. Vernünftig. Es muss nicht erst etwas passieren. Kurzum: Diese Novelle verdient ihren Namen.