Alle Festgenommenen in Alsdorf wurden wieder freigelassen

Ein Spezialeinsatzkommando hatte in Alsdorf bei Aachen mehrere Verdächtige festgenommen.
Ein Spezialeinsatzkommando hatte in Alsdorf bei Aachen mehrere Verdächtige festgenommen.
Foto: dpa
  • Sieben Menschen aus Alsdorf (bei Aachen) wurden zunächst wegen Terrorverdachts festgenommenen
  • Polizei konnte jedoch nicht feststellen, dass die Personen im Zusammenhang mit den Attentaten in Paris stünden
  • Spuren der Anschlagserie führen auch nach Brüssel, das nur eine Autostunde von Aachen entfernt ist

Alsdorf. Die sieben in Alsdorf bei Aachen unter Terrorverdacht Festgenommenen werden freigelassen. "Wir können feststellen, dass wir keine Erkenntnis haben, dass die Personen mit dem Anschlag in Verbindung stehen", sagte ein Polizeisprecher am Dienstagabend.

Nach der Anschlagsserie in Paris hatte die Polizei insgesamt sieben Personen verhaftet. Der gesuchte Salah Abdeslam war aber nicht darunter. Der 26-Jährige, ein Bruder eines der Selbstmordattentäter von Paris, wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagte am Abend auf einer Pressekonferenz, es gebe bei den festgenommen Personen offenbar "keinen engsten Zusammenhang" mit den Terroranschlägen in Paris.

Die Polizei in Alsdorf hatte am Dienstag zunächst zwei Frauen und einen Mann vor einem Jobcenter festgenommen und anschließend noch zwei weitere Männer verhaftet. "Wir haben Hinweise bekommen, dass sich einer der Gesuchten im Zusammenhang mit Paris möglicherweise in unserem Bereich aufhält", teilte ein Polizeisprecher am Mittag mit. Zudem liefen im Großraum Alsdorf noch weitere Maßnahmen, zu denen aus taktischen Gründen keine Angaben gemacht werden konnten, so die Polizei.

Die Polizei stoppte die Verdächtigen mit mehreren Autos

Am Morgen gegen 9.30 Uhr nahm ein Spezialeinsatzkommando der Polizei zunächst zwei Frauen und einen Mann fest, nachdem diese das Alsdorfer Jobcenter verlassen hatten. Später wurden dann zwei weitere Männer festgenommen. Eine Augenzeugin berichtete, dass Spezialkräfte der Polizei mit Sturmmasken und Maschinenpistolen eine Straße im Alsdorfer Stadtteil Schaufenberg vorübergehend abgesperrt hätten. Angeblich befindet sich dort die Wohnung der drei zuerst aufgegriffenen Personen. Alsdorf ist eine Stadt mit knapp 50.000 Einwohnern im Dreiländereck Deutschland-Belgien-Niederlande.

Die Polizei sucht derzeit mit Haftbefehl den 26-Jährigen Salah Abdeslam, einen Bruder eines Selbstmordattentäters von Paris. Bei dem in Alsdorf festgenommenen Mann soll es sich laut Spiegel Online allerdings nicht um Salah Abdeslam handeln. Einsatzkräfte suchen derzeit laut Aachener Zeitung in Baesweiler nach einem weiteren Verdächtigen.

Bei einer Anschlagserie von radikalen Islamisten waren am Freitagabend in Paris mindestens 129 Menschen getötet worden. Spuren der Anschlagserie führen auch nach Brüssel, das nur eine Autostunde von Aachen entfernt ist.

"Schleierfahndung" auf Autobahn in Hessen

Nach den Terroranschlägen in Paris hat die Polizei in Hessen am Dienstag in einer Schleierfahndung das Netz nach islamistischen Terrorverdächtigen ausgeworfen. Auf der Autobahn 5 zwischen Frankfurt und Kassel seien über Stunden hinweg "verdachtsunabhängige Kontrollen" vorgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher.

Zu den Ergebnissen der gegen 10 Uhr begonnenen und bis 15 Uhr angesetzten Schleierfahndung machten Polizei und Innenministerium am Dienstag keine Angaben. Möglicherweise werde am Mittwoch eine Einsatz-Statistik vermeldet, teilte die Polizei mit.

Schleierfahnder dürfen ohne konkreten Verdacht Menschen und Autos entlang der Auslandsgrenzen, auf den Fernstraßen sowie an Bahnhöfen und Flughäfen kontrollieren. Autos wurden in Fahrtrichtung Kassel vor der Ausfahrt Homberg (Ohm) in Mittelhessen auf einen Rastplatz geleitet. Dort seien Fahrzeuge und Personen überprüft worden. Ausgewählt wurden sie danach, ob sie in das visuelle Raster islamistischer Terroristen passen. 70 Beamte seien im Einsatz gewesen und hätten Dutzende Fahrzeuge kontrolliert. Lastwagen wurden nicht kontrolliert, sondern durchgewunken. Der Verkehr staute sich wegen der Verzögerungen auf bis zu zehn Kilometer Länge, wie die Polizei mitteilte. (we/dpa/reuters)

 
 

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