AfD-Eklat: Alexander Gauland will Fragen nicht beantworten - für seine Begründung gibt es Spott und Häme

AfD-Fraktionschef Alexander Gauland stellte sich als einziger nicht den Fragen der ARD-Zuschauer.
AfD-Fraktionschef Alexander Gauland stellte sich als einziger nicht den Fragen der ARD-Zuschauer.
Foto: dpa

Am Sonntag war AfD-Fraktionschef Alexander Gauland zu Gast beim Sommerinterview in der ARD.

Dazu gehört eigentlich auch die anschließende Fragerunde „Frag selbst“: Zuschauer konnten vorab eigene Fragen an die ARD senden, die dann im Interview gestellt werden. AfD-Mann Alexander Gauland sagte die Fragerunde allerdings sehr kurzfristig ab.

Alexander Gauland: AfD-Mann sagt kurzfristig ab

„Wir bedauern Alexander Gaulands Absage, zumal schon von viele Userinnen und User interessante Fragen als E-Mail oder Video geschickt haben“, hieß es vonseiten der ARD.

Im Gegensatz zu allen anderen bislang interviewten Politikern sollte der AfD-Mann die Fragen nicht beantworten.

AfD: Alexander Gauland will sich Fragen der Zuschauer nicht stellen

Einen Grund gab Alexander Gauland nicht an. Erst im Interview äußerte er sich zu seiner merkwürdigen Entscheidung - auf Nachfrage von Moderatorin Tina Hassel.

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Der AfD-Bundessprecher und -Fraktionschef sagte: „Ich wollte gern wissen, was es für Fragen sind, die wurden mir vorher nicht gesagt. Da muss ich ja nicht mitmachen.“

AfD-Politiker: „Warum muss ich in ein schwarzes Loch gucken?“

Tina Hassel wies darauf hin, dass diese Regeln für alle Politiker gelten würden: „Es gibt da keine Ungleichbehandlung.“ Doch der AfD-Politiker blieb bockig: „Frau Hassel,warum muss ich in ein schwarzes Loch gucken?“

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AfD-Politiker Alexander Gauland

  • 1941 in Chemnitz geboren
  • 1973 Eintritt in die CDU
  • 1987 Staatssekretär in Hessen
  • 2012 gründet er mit Bernd Lucke und Konrad Adam die AfD

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Tina Hassel erwiderte spitz: „Sie müssen gar nichts.“ Dann war das Gespräch schon vorbei. Inhaltlich konnte Alexander Gauland nicht viel liefern, auf die Fragen seines Gegenübers antwortete er vage und ausweichend.

Für den Rückzieher von AfD-Fraktionschef Alexander Gauland gab es im Nachgang viel Kritik, Spott und Häme. In den sozialen Medien warfen viele Nutzer dem AfD-Mann Feigheit vor.

Bei Facebook schreibt eine Nutzerin etwa: „Politiker sollten Antworten zu den Fragen der Zeit haben und auch spontan antworten können. Tun sie es nicht, haben sie wohl ihren Job verkannt.“

Ein anderer urteilt: „Er kann also nur Fragen beantworten, die er kennt. Was für eine peinliche Vorstellung.“

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AfD-Interview: Zuschauer kritisieren auch den Sender

Auch die ARD wurde kritisiert: Der Sender habe auf die Einladung ganz verzichten sollen, wenn sich der AfD-Politiker den Fragen nicht stellen wolle, so der Tenor einiger Kritiker.

Ein Nutzer schreibt: „Und wo ist eure Erklärung dazu, dass Gauland das Sendeformat bestimmt und ihr ihn nicht rausschmeißt sondern trotzdem sendet?“

ARD über AfD-Absage: „Ist doch für ihn ein Nachteil“

Der Sender antwortet über seinen „Bericht aus Berlin“-Account: „Wenn sich Herr Gauland den Userfragen doch nicht stellen will, ist das doch für ihn ein Nachteil, nicht für die anderen bereits interviewten Parteichefs. Warum sollten wir ihn also nicht mit aktuellen Themen wie den Äußerungen des Bundespräsidenten konfrontieren?“

Das Interview wird am Sonntagabend um 18.30 Uhr in der ARD beim „Bericht aus Berlin“ ausgestrahlt.

Der Liveticker zum Interview mit AfD-Fraktionschef Alexander Gauland zum Nachlesen:

14.51 Uhr: Zum Schluss konfrontiert Tina Hassel den AfD-Mann mit seiner merkwürdigen Absage kurz vor dem Interview. Warum wollte er keine Zuschauerfragen? "Ich wollte gern wissen, was es für Fragen sind, die wurden mir vorher nicht gesagt. Da muss ich ja nicht mitmachen", sagt Gauland.

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Das gelte für alle Interviewten, da gebe es keine Ungleichibehandlung, erwidert Hassel. Der AfD-Mann sagt: "Frau Hassel,warum muss ich in ein schwarzes Loch gucken?" Und die Moderatorint erwidert spitz: „Sie müssen gar nichts.“

14.48 Uhr: Aöexander Gauland bleibt unkonkret. Wie er zur Identitären Bewegung stehe, fragt Tina Hassel. „Ich habe noch nie mit einem gesprochen, der sich als identitär ausgegeben hat“, sagt Gauland bloß.

Dann geht es um den AfD-Brandenburg-Chef Andreas Kalbitz, der als rechtsextrem gilt. AfD-Fraktionschef Gauland sagt: „Er ist ein bürgerlicher Mensch:“

14.45 Uhr: Im Hintergrund sind immer wieder Rufe zu hören: Was genau die Menschen skandieren, ist nicht zu verstehen.

14.44 Uhr: Was er gegen rechte Gewalt tun wolle: „Ich kann gar nichts gegen rechte Gewalt tun“, sagt AfD-;Mann Gauland. Das sei Sache für Gerichte.

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14.43 Uhr: Es geht um den Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und Flüchtlingsbewegungen. AfD-Fraktionschef sagt jetzt: „Wir haben gar keinen Einfluss auf das Klima.“

14.41 Uhr: Tina Hassel zeigt einen Gegensatz auf: Einerseits will die AfD die Kümmererpartei sein, andererseits will sie die Erbschaftssteuer verringern. Alexander Gauland: "Ich bin gegen die Erbschaftssteuer."

14.38 Uhr: Jetzt geht es um Inhaltliches. Die AfD will die Laufzeit von Atomkraftwerken verlängern. Tina Hassel fragt: "Wie realistisch ist das?"

14.36 Uhr: Alexander Gauland sagt: „Ich akzeptiere den Verfassungschutz nicht als eine unabghängige Behörde.

14.30 Uhr: Alexander Gauland, wie üblich mit Hundekrawatte, definiert zu Beginn des Interviews das Wort "völkisch".

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(pen)

 
 

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