Al-Sisi fordert UN-Resolution für einen Einmarsch in Libyen

"Wenn sich die Situation in Libyen verschlechtert, wäre das aus unserer Sicht eine große Gefahr für die Sicherheit und die Stabilität", sagte der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi.
"Wenn sich die Situation in Libyen verschlechtert, wäre das aus unserer Sicht eine große Gefahr für die Sicherheit und die Stabilität", sagte der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi.
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Ägyptens Präsident al-Sisi hat eine UN-Resolution zum Eingreifen in Libyen gefordert. In dem Bürgerkriegsland waren 21 Ägypter hingerichtet worden.

Kairo.. Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat den UN-Sicherheitsrat aufgefordert, über eine Intervention im Bürgerkriegsland Libyen nachzudenken. "Es gibt keine andere Wahl", sagte er dem französischen TV-Sender Europe 1 am Dienstag auf die Frage nach der möglichen Entsendung einer internationalen Koalition. Dafür sei jedoch auch die Zustimmung der libyschen Regierung und der Bevölkerung notwendig. Am Sonntag hatte ein libyscher Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Internet ein Video verbreitet, das die Tötung ägyptischer Kopten zeigt.

"Wenn sich die Situation in Libyen verschlechtert, wäre das aus unserer Sicht eine große Gefahr für die Sicherheit und die Stabilität", sagte Al-Sisi, "nicht nur für die Menschen in Libyen, sondern auch für ihre Nachbarn und die Europäer."

Die brutale Hinrichtung der 21 in Libyen entführten ägyptischen Christen ist in den Augen der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) ein Kriegsverbrechen. Libysche Behörden und die Vereinten Nationen (UN) müssten Maßnahmen ergreifen, solche Verbrechen im Land zu verfolgen, hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht.

Ägyptische Luftwaffe fliegt Angriffe

In dem ölreichen Nachbarland Ägyptens entwickelt sich seit Monaten ein blutiger Kampf zwischen zwei verfeindeten Regierungen und mehreren Milizen um die Macht. Ägypten unterstützt die Regierung im ostlibyschen Tobruk, die von Islamisten dominierte Regierung in Tripolis erkennt es nicht an.

Am Sonntag hatten Dschihadisten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus Libyen ein Video veröffentlicht, das die Enthauptung von mehreren ägyptischen Gastarbeitern zeigt. Das Video war als "Eine in Blut geschriebene Nachricht an die Nation des Kreuzes" betitelt. Die ägyptische Luftwaffe begann daraufhin mit Angriffen auf IS-Stellungen in dem Land.

Mit Blick auf die ägyptischen Luftschläge sagte HRW-Nahost-Direktorin Sarah Leah Whitson: "Jedes militärische Eingreifen gegen den IS muss alle möglichen Vorkehrungen treffen, um ziviles Leben zu schützen." Unbestätigten Berichten zufolge sollen bei den Luftschlägen der Ägypter in Libyen auch Zivilisten ums Leben gekommen sein. (dpa)

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