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AfD will wissen, welche Vornamen Messerstecher haben: SPD-Politikerin wird grundsätzlich

Viele Messerangreifer im Saarland heißen Michael, Daniel und Andreas. Die AfD hätte wohl lieber andere Namen gehört. (Symbolbild)
Foto: Imago / Skata
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Die Frage liegt nicht unbedingt nahe, die AfD stellte sie trotzdem. In einer kleinen Anfrage wollte die AfD Saarland wissen, welche Vornamen bei Messerangreifern besonders oft vorkommen.

Die Polizei hatte Ende vergangenen Jahres eine Statistik zu Messerangriffen im Saarland veröffentlicht. Aus der ging hervor, dass 842 der 1490 Tatverdächtigen Deutsche sind – also die deutliche Mehrzahl. 122 sind Syrer, 36 kommen aus Afghanistan.

AfD: Gibt es Häufung bei den Vornamen von Messerangreifern?

Die AfD gab sich damit aber nicht zufrieden und stellte Detailfragen: Wie viele der Verdächtigen haben eine deutsche Staatsbürgerschaft? Und: Gibt es eine Häufung bestimmter Vornamen?

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Wahrscheinlich hatte die Partei damit gerechnet, dass viele der Verdächtigen zumindest einen Migrationshintergrund haben. Nun: Die Vornamen lassen darauf nun wahrlich nicht schließen.

Häufigster Vorname: Michael

Denn der häufigsten Vorname, der bei den Tatverdächtigen auftaucht, ist: Michael. Gefolgt von Daniel. Gefolgt von Andreas, Sascha und Thomas:

Vorname von Verdächtigen Anzahl der Fälle
Michael 24
Daniel 22
Andreas 20
Sascha 15
Thomas 14
Christian 13
Kevin 13
Manuel 13
Patrick 13
David 13
Jens 12
Justin 11
Sven 11

In 14 der 842 Fälle hatten die deutschen Tatverdächtigen eine zweite Staatsangehörigkeit: in vier Fällen eine türkische, in drei eine kasachische, in jeweils zwei Fällen eine syrische und italienische. In je einem Fall hatten Verdächtige eine französische, georgische oder eine russische Staatsangehörigkeit.

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Die AfD behauptete, 289 Tatverdächtige hätten eine unbekannte Nationalität. „Die im wahrsten Sinne des Wortes grenzenlos gewordene Liberalität und Traumtänzerei hat schleichend und zunehmend blutige Folgen, auch in unserem Saarland“, so ein AfD-Abgeordneter laut der Saarbrücker Zeitung.

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AfD: Halbwahrheiten und Hirngespinste

Allerdings ist die Behauptung Unsinn. Die von ihm genannten 289 Täter, bei denen angeblich die Nationalität nicht geklärt werden konnte, waren schlicht unbekannt: Sie sind bislang nie ermittelt worden. Das heißt, niemand weiß, wer in diesen Fällen der Täter ist - und ergo auch nicht, welche Nationalität er hat.

Die anderen Landtags-Fraktionen warfen der AfD daraufhin die Verbreitung von „Halbwahrheiten“ und „Hirngespinsten“ vor.

SPD-Politikerin Sawsan Chebli reagierte allerdings ohne jede Genugtuung auf die Meldung. „Kein Ali. Kein Mohamed. Kein Hassan. Kein Abdullah. Kein Ibrahim. Ein Michael. Grund zur Freude? Nein. Ich will eine Welt, in der es scheissegal ist, wie ein Messerangreifer heißt“, schrieb sie auf Twitter.

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