Veröffentlicht inPolitik

AfD eine „Nazi-Partei“? Wagenknecht nimmt Weidel in Schutz

Sahra Wagenknecht sieht es so wie die AfD – während Ministerpräsident Wüst die Sache „beim Namen nennen“ will.

Wagenknecht verteidigt AfD-Weidel.
© IMAGO / alimdi, IMAGO, IMAGO / dts Nachrichtenagentur (Fotomontage: Redaktion)/ Political-Moments

Verfassungsschutz: Sächsische AfD ist "gesichert rechtsextrem"

Der sächsische Verfassungsschutz hat die AfD im Freistaat als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Die juristische Prüfung hat demnach unter anderem ergeben, dass die AfD gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung verstößt und sich antisemitischer Positionen bedient.

Nach der „Correctiv“-Recherche über Vertreibungspläne aus dem AfD-Umfeld – auch von Menschen mit deutschem Pass („Remigration“) – erhöht sich der Druck auf die Partei. Die Debatte über ein Verbotsverfahren nimmt Fahrt auf. Ausgerechnet Sahra Wagenknecht, die mit dem BSW (Umfrage-Hammer!) eine eigene Partei gegründet hat, nimmt nun Alice Weidel in Schutz.

+++ Sehr interessant: AfD-Abgeordneter gibt zu, dass Partei Millionen Menschen vertreiben will: „Kein Geheimplan“ +++

Die AfD-Vorsitzende sei keine Extremistin. Eine ganz andere Einschätzung kommt dagegen von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU).

Wagenknecht verbreitet Märtyrer-Erzählung der AfD

In der Sendung „Bericht aus Berlin“ (ARD) pocht Wagenknecht darauf, die AfD differenziert zu betrachten. Es gebe „einen rechtsextremen Flügel“ und Nazis innerhalb der Partei, das treffe jedoch nicht auf die Vorsitzende Alice Weidel zu. Den Verbotsbefürwortern wirft sie eine „unsachliche Hysterie“ vor, die letztlich nur der Partei helfen werde.

+++ Mehr zum Thema: AfD-Politiker verlost Kalender der „12 schönsten Abschiebeflieger“ +++

Wagenknecht ist überzeugt davon, dass die Verbotsdebatte jetzt nur deshalb so geführt werde, „weil die AfD stark geworden ist“. Es gehe also nicht um Rechtsextremismus (obwohl mehrere Landesverbände der Partei so vom Verfassungsschutz eingestuft wurden), sondern darum, einen politischen Wettbewerber auszuschalten. Das ist genau die Märtyrer-Erzählung der Rechtsaußen-Partei.


Weitere Themen für dich:


Wüst sieht es anders: „Kind beim Namen nennen“

Zu einer ganz anderen Einschätzung kommt CDU-Mann Hendrik Wüst: „Die AfD ist – und das zeigt sich immer klarer – eine Partei, in der stramme Nazis den Takt angeben. Das ist eine Nazi-Partei.“

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Twitter / X, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden.

Der NRW-Ministerpräsident findet es in einem WDR-Interview richtig, „das Kind beim Namen zu nennen“. Rechtsextreme würden in der Partei den Ton angeben und entsprechende Inhalte würden dort vertreten werden.