AfD versteht die Welt nicht mehr: Harte Kritik nach Anschlag von Halle bloß „billig“

Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen hat die Kritik an seiner Partie zurückgewiesen.
Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen hat die Kritik an seiner Partie zurückgewiesen.
Foto: Matthias Balk / dpa

Nach dem Anschlag von Halle wird die AfD von vielen Politikern hart kritisert. Markus Söder (CSU) wirft der Partei Heuchelei vor, Lars Klingbeil (SPD) will sie durch den Verfassungsschutz beobachten lassen.

Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen kann mit alldem jedoch nichts anfangen. Meuthen empfindet die Kritik an seiner Partei als „moralisch beschämend“.

Söder unterstellt der AfD Heuchelei

In Halle hatte der Neonazi Stephan Balliet am Mittwoch zwei Menschen getötet. Die AfD zeigte sich über die Ereignisse bestürzt.

Doch Markus Söder glaubt den Politikern der Partei nicht. „Ich glaube die Betroffenheit, die an einigen Stellen geheuchelt wird, nicht“, sagte er beim Deutschlandtag der Jungen Union.

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AfD ist „alles, aber nicht bürgerlich“

Der bayerische Ministerpräsident weiter: „Die AfD ist nicht auf dem Weg, eine bessere und ehrlichere CDU zu werden. Die AfD ist auf dem Weg, die wahre NPD in Deutschland zu sein.“

Söder zufolge sei die AfD „alles, aber nicht bürgerlich“ – und ein Teil ihrer Funktionäre wolle zurück in die 30er.

Klingbeil will Beobachtung durch Verfassungsschutz

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil ging noch einen Schritt weiter. Er sprach sich dafür aus, die AfD durch den Verfassungsschutz beobachten zu lassen.

Die Partei sei „verfassungsfeindlich“, sagte Klingbeil auf dem Parteitag der baden-württembergischen SPD. „Die AfD ist die Partei, die dafür sorgt, dass wir ein solches gesellschaftliches Klima haben."

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Der Täter von Halle wäre zwar derjenige gewesen, der geschossen habe, so Klingbeil. „Aber das waren ganz viele, die ihn munitioniert haben.“

Meuthen weist Kritik zurück

Mit all der Kritik kann der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen nichts anfangen. Er sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass die Tat von Halle aus seiner Sicht parteipolitisch instrumentalisiert werde.

Es gebe nicht den geringsten Zusammenhang zwischen seiner Partei und der Tat, so Meuthen. „Da hat ein kranker Irrer willkürlich Mordtaten verübt.“

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Das ist Jörg Meuthen

  • Meuthen wurde 1961 in Essen geboren
  • Seit 2013 ist er Beisitzer im Vorstand der AfD Baden-Württemberg
  • Seit 2015 ist er Bundessprecher der Partei
  • Er gehört zur wirtschaftsliberalen Strömung innerhalb der AfD
  • Meuthen war Spitzenkandidat seiner Partei für die Europawahl 2019

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„Sehr billig und moralisch beschämend“

Eine Verbindung zwischen den Mordtaten von Halle und seiner Partei herzustellen, sei daher „sehr billig und moralisch beschämend“. (nr)

 
 

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