Wie die AfD mit Pfefferspray um Wähler wirbt

Die AfD feuert in ihrem Wahlkampf vor allem gegen Flüchtlinge und die Kanzlerin.
Die AfD feuert in ihrem Wahlkampf vor allem gegen Flüchtlinge und die Kanzlerin.
Foto: Nicolas Armer / dpa
Kulis, Ballons oder Beutel sind beliebte Geschenke im Wahlkampf. Die AfD versucht es mit einem anderen Souvenir – und erntet Kritik.

Bad Kreuznach.  Eine ungewöhnliche Wahlkampfaktion der AfD in Rheinland-Pfalz hat für Aufsehen und Kritik gesorgt. Pfefferspray wurde in Bad Kreuznach an einem Infostand des AfD-Kreisverbands und der Jugendorganisation der Partei verteilt. Zuvor hatte die „Rhein-Zeitung“ darüber berichtet. Bei dem Infostand am Samstag wurden nach AfD-Angaben insgesamt 150 Sprays verteilt.

Dabei habe man darauf hingewiesen, dass das Spray zur Tierabwehr sei, sagte der Landtagsabgeordnete Damian Lohr als Sprecher der Jungen Alternative Rheinland-Pfalz. Oder zur Abwehr von Menschen – „aber halt nur in absoluten Notsituationen“, sagte Lohr.

Auseinandersetzungen führten zu Aufenthaltsverbot

Hintergrund der Aktion sei das nächtliche Aufenthaltsverbot in drei Bad Kreuznacher Stadtparks. Auslöser des Ende Juli verhängten Verbots war ein Streit zwischen zwei Gruppen von Zuwanderern in einem der Parks, bei dem es Verletzte gab. Daraufhin wurde der Zugang zu den Parks zwischen 22 und 6 Uhr untersagt – Polizei und Ordnungsamt sollen die Sperre durchsetzen.

Die Situation in Bad Kreuznach war bereits Thema im rheinland-Pfälzischen Landtag. Die Rede des AfD-Fraktionsvorsitzenden Uwe Junge, in der er vor „Verdrängungseffekten“ durch die Zuwanderung am Beispiel Bad Kreuznach warnt, wurde bei Facebook tausendfach geteilt.

„Rechtlich können wir nichts machen, aber es ist moralisch natürlich nicht hinnehmbar“, sagte die Oberbürgermeisterin von Bad Kreuznach, Heike Kaster-Meurer (SPD), am Dienstag zu der Verteilaktion. (dpa/wck)

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