AfD-Spitze hält Björn Höcke für rassistisch und NPD-nah

Die AfD provoziert regelmäßig mit Aussagen in der Öffentlichkeit. Diese vier Sprüche haben besonders für Wirbel gesorgt.

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Der AfD-Politiker Björn Höcke ist auch in seiner eigenen Partei umstritten.
Der AfD-Politiker Björn Höcke ist auch in seiner eigenen Partei umstritten.
Foto: Jens-Ulrich Koch / dpa
Warum die AfD-Spitze Björn Höcke für rassistisch und NPD-nah hält

Berlin/Hannover.  Der Thüringer AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke, berüchtigt für seine extrem rechten Parolen, könnte aus der Partei ausgeschlossen werden. Die AfD-Spitze hält ihn für rassistisch und NPD-nah. So steht es jedenfalls im Antrag des Bundesvorstandes zum Ausschluss Höckes aus der Partei, aus dem das Recherchezentrum „Correctiv“ zitiert.

Björn Höcke weise „eine übergroße Nähe zum Nationalsozialismus“ auf und habe nachweislich die NPD unterstützt, heißt es in dem Papier. In dem 62-seitigen Antrag listet die AfD-Spitze demnach „Nachweise für Höckes rechtsradikale Gesinnung“ auf.

Gauland verteidigte Höcke

Höcke zeige eine „grundlegende Ablehnung des Parteiensystems“. Er benutze Begriffe, die Adolf Hitler in seinen Reden verwendet habe. Und er habe die NPD in Texten für rechte Zeitschriften unterstützt.

Ob Höcke auf dem Parteitag an diesem Wochenende in Hannover tatsächlich aus der AfD ausgeschlossen wird, ist unklar. Eine Reihe von Parteimitgliedern ist dagegen. Auch Co-Parteichef Jörg Meuthen und Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland hatten sich gegen einen Ausschluss ausgesprochen.

Wer wird Nachfolger von Frauke Petry?

Höcke ist aber nicht die einzige brisante Personalie, die in Hannover auf der Tagesordnung steht. Nach dem Abgang von Frauke Petry steht die Wahl einer neuen Parteispitze an. Und da hat, sozusagen als Überraschungskandidat, der Chef der Berliner AfD-Landtagsfraktion, Georg Pazderski, seinen Hut in den Ring geworfen.

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Am Freitag bekräftigte er seine Absicht, Petrys Posten zu übernehmen. Es sei zwar noch nicht klar, wer sonst noch antreten wolle, so Pazderski, aber „meine Kandidatur steht jedenfalls fest und ich glaube an den Erfolg“.

Pazderski gehört zum gemäßigten Lager

Die von ihm geführte Berliner AfD sei ein innerparteiliches „Musterbeispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Ost und West“. Mit dieser Argumentation wollte Pazderski offensichtlich kritische Äußerungen des Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion, Alexander Gauland, kontern. Gauland hatte erklärt, er wünsche sich neben dem aktuellen Co-Parteivorsitzenden Jörg Meuthen in Zukunft ein AfD-Mitglied aus den östlichen Bundesländern an der Spitze der Partei.

Georg Pazderski gilt in der AfD als Vertreter des gemäßigten Lagers, während Gauland stets großes Verständnis für den rechtsnationalen Flügel um den Thüringer Höcke aufgebracht hat. (dpa/W.B.)

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