AfD in NRW: Rechtsextreme Posts in Whatsapp-Chats aufgetaucht – „entsetzlich, unterirdisch, widerlich“

AfD-Mitglieder in NRW haben bei Whatsapp mit rechtsextreme Botschaften ausgetauscht.
AfD-Mitglieder in NRW haben bei Whatsapp mit rechtsextreme Botschaften ausgetauscht.
Foto: dpa

Es sind schlimme Äußerungen, die in Whatsapp-Chats von Mitgliedern der AfD in NRW aufgetaucht sind: Wie das WDR-Magazin „Westpol“ berichtet, tauschten die AfD-Mitglieder und Parteifunktionäre dort rechtsextreme Botschaften aus – und riefen zum Umsturz auf.

Die Nachrichten und die Reaktionen darauf zeigen, wie tief die AfD in NRW gespalten ist.

„Warum sollte man nichts mit dem 3. Reich zu tun haben?? Es ist doch unsere Geschichte! Nur schämen muss man sich nicht dafür!!!“, bekennt sich ein AfD-Mitglied in einem Chat, dessen Protokolle dem WDR vorliegen, zum Nazi-Regime.

AfD in NRW: Grüße vom Führer und andere Fehltritte bei Whatsapp

Grüße vom Führer werden verschickt und das Dritte Reich verteidigt. Andere rufen zum Aufstand auf: „Man mag mich dafür jetzt kritisieren, aber ohne massenhaften Volksaufstand geht unser Deutschland den Bach unter“, schreibt ein anderes AfD-Mitglied.

Theo Gottschalk, AfD-Mann aus dem Rhein-Erft-Kreis und Admin der Whatsapp-Gruppe, sagt, man werde die Mitglieder durchleuchten und herausfiltern.

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Auch der nordrhein-westfälische AfD-Chef Helmut Seifen wurde mit den Aussagen konfrontiert. „Hier gibt es nichts mehr zu relativieren“, kommentiert er gegenüber dem WDR die Chats. „Wir werden diese Partei von diesen Leuten befreien müssen, weil man mit diesen Leuten keine Politik machen kann.“

AfD in NRW tief gespalten

Auch der Chef des AfD-Bezirks Münster Steffen Christ wird durch die Veröffentlichung der Chats belastet. „Ohne Bürgerkrieg light wie bei Erdogan wird’s nicht laufen“, schreibt er in den Chats. Erst später relativiert er die Äußerung schriftlich.

Seifen kritisiert Christ hart: „Dieser Mensch hat als Funktionär in unserer Partei nichts zu suchen.“

Die AfD ist in NRW seit Monaten tief gespalten. Über die Ausrichtung der Partei sind sich die Landessprecher Seifen und Thomas Röckemann uneins. Ebenso uneins werden sie sich sein, wie mit den Mitglieder umgehen, die solch rechtsextreme Meinungen von sich geben.

Röckemann sagte noch Ende 2018, es gebe keine Nazis in der AfD. Die Whatsapp-Chats sprechen eine andere Sprache. (jg)

 
 

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