AfD-Politiker überwies 40 Euro als Spende an die NPD

Warum die AfD nichts gegen die größte Angst der Deutschen tun will

Klimawandel: Laut einer repräsentativen Umfrage unserer Redaktion ist nicht die Zuwanderung, sondern der Klimawandel die größte Angst der Deutschen vor der Bundestagswahl. Wir haben den AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland gefragt, welche Lösungen seine Partei dazu anbietet.

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Eine Spende an die rechtsextreme NPD bringt einen AfD-Politiker in Erklärungsnot. Er selbst spricht von „Frustration“ als Grund.

Stuttgart.  Der Finanzvorstand der „Christen in der AfD“, Hardi Schumny, gerät in der eigenen Organisation unter Druck. Nach SWR-Recherchen hat er im Jahr 2009 eine Spende an die rechtsextreme NPD Saar überwiesen.

Die Vorsitzende der Bundesvereinigung „Christen in der AfD“, Anette Schultner, bestätigte dem Evangelischen Pressedienst am Freitagabend, dass es um eine Zuwendung von 40 Euro gegangen sei. Das habe Schumny dem Vorstand gegenüber eingeräumt.

AfD: Vorgang ist „hochproblematisch“

Der auch im Ulmer AfD-Kreisverband aktive Schumny war bislang für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Laut Schultner hat er erklärt, die Spende vor acht Jahren spontan überwiesen zu haben, nachdem er in dem Gefühl totaler politischer Frustration eine NPD-Anzeige gesehen habe, die ihn angesprochen habe. Kontakte zu der rechtsextremen Partei habe es nicht gegeben. Schumny bedauere inzwischen die damalige Aktion.

Im Vorstand der „Christen in der AfD“ sei Schumny nicht durch rechtsextremes Gedankengut aufgefallen, hob Schultner hervor. Dennoch sei der Vorgang „hochproblematisch“. Wie es nun mit der Vorstandstätigkeit des Finanzvorstands weitergehe, wisse sie nicht. „Es wäre befreiend gewesen, wenn er von sich aus seinen Rücktritt erklärt hätte“, sagte die Bundesvorsitzende. Das Thema werde auch bei einem Bundestreffen des Vereins im Oktober eine Rolle spielen.

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Schumny gehört Björn Höckes Plattform an

Künftig sollen neue Mitglieder der „Christen in der AfD“ im Aufnahmeantrag Rechenschaft darüber ablegen müssen, ob sie Organisationen angehört oder unterstützt haben, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden, betonte Schultner. Die Spende Schumnys werfe ein Licht auf die AfD, „das nicht zu uns passt“, sagte sie.

Schumny war 2017 auch Mitbegründer der Vereinigung „Vertriebene, Aussiedler und deutsche Minderheiten in der AfD“. Zudem gehört er dem SWR zufolge zur „Patriotischen Plattform“ des Thüringer AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke. (epd)

 

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