AfD-Politiker redet über Frauenverbrennung – eine Empfehlung will er damit aber nicht gegeben haben

Der AfD-Landtagsabgeordnete Rainer Podeswa hat den Grünen nahegelegt, den „Hexenhammer“ zu lesen.
Der AfD-Landtagsabgeordnete Rainer Podeswa hat den Grünen nahegelegt, den „Hexenhammer“ zu lesen.
Foto: Marijan Murat / dpa
  • AfD-Politiker Rainer Podeswa hat mit einem Redebeitrag im Landtag für Wirbel gesorgt
  • Er erinnerte daran, dass früher Frauen verbrannt wurden, weil man dachte, man rettete damit das Klima
  • Als Ratschlag für die Gegenwart will er das aber nicht verstanden wissen

Stuttgart.  Für Empörung hat im baden-württembergischen Landtag eine „Empfehlung“ des AfD-Abgeordneten Rainer Podeswa gesorgt, sich im Kampf gegen den Klimawandel am „Hexenhammer“ zu orientieren. Diese war aber offenbar ironisch gemeint.

Das „europäische Standardwerk“ fasse alle Methoden zusammen, mit denen im 15. Jahrhundert in Ravensburg die Klimakatastrophe bekämpft worden sei, sagte Podeswa am Donnerstag in Stuttgart. „Damals wurden Hunderte Frauen verbrannt und damit das Klima gerettet.“ Seine Fraktion applaudierte ihm. Die Grünen-Abgeordnete Martina Braun sagte dazu: „Das ist wirklich unglaublich.“

Podeswa stellt klar, wie Aussage gemeint war

Dass er den Grünen damit eine Handlungsempfehlung gegeben habe, weist Podeswa allerdings von sich. „Die AfD empfiehlt weder eine Hexenverbrennung noch eine Frauenverbrennung gegen den Klimawandel, sondern sie hat den Grünen empfohlen, über einen ideologischen Irrsinn nachzudenken, der damals gemacht wurde“, schrieb Podeswa am Donnerstag auf Facebook. Ähnlichen ideologischen Irrsinn würden die anderen Parteien heute betreiben, so der AfD-Mann weiter.

Der „Hexenhammer“ gilt als Handbuch für „Hexenjäger“. Es gehört zu den frauenfeindlichsten Büchern der Weltliteratur, wie es in einer aktuellen Ausstellung „Hexenwahn in Ravensburg“ heißt. Das 1486 in Ravensburg erschienene Werk hatte demnach verheerende Wirkung für die weitere Verfolgung von Frauen in Europa, die bis ins 18. Jahrhundert 40.000 bis 60.000 Todesopfer forderte. (dpa/cho)

 
 

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