AfD: Höcke-Fotos lösen Spekulationen im Netz aus – AfD-Chef Meuthen braucht nach Parteitag „Auszeit“

NRW-Parteichef Rüdiger Lucassen (links) und Björn Höcke, AfD-Fraktionsvorsitzender in Thüringen.
NRW-Parteichef Rüdiger Lucassen (links) und Björn Höcke, AfD-Fraktionsvorsitzender in Thüringen.
Foto: Screenshots ZDF

Chaos-Parteitag der AfD im niederrheinischen Kalkar: Eigentlich wollte die Partei ihr Rentenkonzept beraten und abstimmen, tatsächlich ging die inhaltliche Arbeit völlig unter in einem unverblümt ausgetragenen Richtungskampf.

Ausgelöst wurde die AfD-Debatte durch eine Parteitagsrede von Jörg Meuthen. Der Parteichef legte sich mit dem Rechtsaußen-Flügel an und bekam von diesem mächtig Gegenwind.

AfD-Chef Meuthen braucht nach Chaos-Parteitag erstmal eine „Auszeit“

Einen Tag nach dem turbulenten Parteitag wird deutlich, wie viel Kraft der innerparteiliche Kampf gekostet hat. Über Facebook teilte Meuthen mit, dass er sich eine „Auszeit“ nehme. Er sei nach „langer Heimfahrt sehr spät nach Hause gekommen“. Erst ab Dienstag wolle er sich wieder melden – „mit Realitätssinn, Vernunft, Augenmaß und entschlossenen Beiträgen für eine bessere Politik für Deutschland.“ Dieser Satz kann als Seitenhieb auf seine politischen Gegner sowohl innerhalb, als auch außerhalb seiner eigenen Partei verstanden werden.

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Auffällige Fotos vom AfD-Parteitag machen auf Twitter die Runde

Derweil macht sich das Netz über Fotos vom AfD-Parteitag lustig. Neben Alexander Gauland (79), der nach Angaben aus AfD-Fraktionskreisen wegen eines geplatzten Äderchens in der Nase in die Klinik gefahren werden musste, zeigten sich zwei andere prominente AfD-Politiker auf dem Parteitag mit Blessuren.

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Mehr über Björn Höcke (AfD):

  • Der 48-Jährige ist seit 2014 Fraktionsvorsitzender der AfD in Thüringen.
  • Zuvor war er in Hessen Gymnasiallehrer.
  • Höcke gilt als prominentester Vertreter des Rechtsaußen-Flügels der Partei.
  • Seit 2020 wird er vom Verfassungsschutzbericht überwacht.

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Dieser Umstand fiel unter anderem der SPD-Landtagsabgeordneten Susana dos Santos aus NRW auf. „Diverse AfDler weisen Kratzer und Verletzungen im Gesicht auf. Und Gauland musste ins Krankenhaus. Was war denn da los in Kalkar?“, fragte die Sozialdemokratin auf Twitter.

Komiker Micky Beisenherz teilte zwei Fotos aus der ZDF-Sendung „Berlin direkt“. Zu sehen ist AfD-Politiker Björn Höcke aus Thüringen mit einer Schramme auf der Nase sowie der NRW-Landessprecher Rüdiger Lucassen mit zwei großen Pflastern auf dem Kinn. Hämisch fügte Beisenherz hinzu: „Ach, kam Kalbitz doch noch zum Hallo sagen vorbei?“ Andreas Kalbitz, ehemaliger Landes- und Fraktionsvorsitzender in Brandenburg, wurde im Mai aus der Partei geworfen. Er hatte seinen Stellvertreter Dennis Hohloch so kräftig in den Bauch geschlagen, dass dieser wegen eines Milzrisses stationär behandelt werden musste.

Spiegel-Reporter Markus Feldenkirchen postete ebenfalls ein Foto der Höcke-Schramme auf der Nase, mit dem sarkastischen Zusatz: „180-Grad-Wende in der Debattenkultur“.

AfD: NRW-Parteichef Lucassen „beim Rasieren geschnitten“

Auf Anfrage von DER WESTEN teilte das Abgeordnetenbüro von Rüdiger Lucassen mit, dass dieser sich „beim Rasieren geschnitten“ habe. Eine Anfrage per E-Mail an das Büro von Björn Höcke blieb noch unbeantwortet.

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Klar ist: Zumindest verbal gab es einen offenen Schlagabtausch bei der AfD am Wochenende. Die Partei zerfleischte sich vor aller Augen selbst und ist tief gespalten. Der Riss geht durch die Parteiführung, ebenso wie durch die Basis. Ob da ein Pflaster noch ausreicht, um die Partei für den Bundestagswahlkampf 2021 zu einen?

 
 

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