AfD-Mann blamiert sich mit Lüge vor laufender Kamera

AfD-Politiker Uwe Wappler erhob in einem Interview falsche Vorwürfe gegen Flüchtlinge.
AfD-Politiker Uwe Wappler erhob in einem Interview falsche Vorwürfe gegen Flüchtlinge.
Foto: dpa
  • Der niedersächsische AfD-Politiker Uwe Wappler sprach von einem Vergewaltigungsfall
  • Nach Details gefragt, konnte Wappler keine Einzelheiten nennen
  • Er gestand dann seinen Fehler ein: "Da haben Sie mich auf dem falschen Fuß erwischt"

Essen.. Rechtskonservative und rechtsradikale Kreise streuen seit Wochen immer wieder Gerüchte und Vorurteile über angeblich kriminelle Flüchtlinge. Auch der niedersächsische AfD-Mann Uwe Wappler versuchte mit solchen Gerüchten Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen - Reporter des ARD-Magazins "Panorama" ließen Wapplers Lüge aber vor laufender Kamera auffliegen.

Der AfD-Politiker erzählte den Reportern, Flüchtlinge hätten in Niedersachsen ein 12-jähriges Mädchen vergewaltigt. "Wenn so etwas passiert und man greift aus political correctness nicht ein und macht die Täter dingfest, dann ist das Anarchie", beschwert sich Wappler. Der AfD-Mann hatte laut Panorama schon häufiger behauptet, Staatsanwaltschaft und Polizei würden Straftaten von Flüchtlingen bewusst vertuschen.

AfD-Politiker wird bei Nachfragen schnell kleinlaut

Doch als die Reporter Wappler nach den genauen Hintergründen der Tat fragen, gerät der AfD-Mann ins Schlingern. Er habe "das nicht exakt präsent" und müsse die Einzelheiten nachschlagen. Doch die Journalisten von "Panorama" haken erneut nach.

"Aber Sie sagen vor der Kamera, da sei jemand vergewaltigt worden. Dann frage ich zweimal nach – und Sie haben es nicht präsent? Wann, wo, wer, von wem: Das müssen Sie doch wissen, wenn Sie so etwas behaupten!"

AfD-Mann gibt zu, dass es den Fall "irgendwie nicht gibt"

Ziemlich kleinlaut muss Wappler seinen Fehler eingestehen: "Ich gestehe Ihnen zu, dass Sie hier sehr gute journalistische Arbeit machen. Da haben Sie mich auf dem falschen Fuß erwischt."

Per Mail soll der AfD-Mann dem TV-Magazin später geschrieben haben, dass es den Fall "irgendwie nicht gibt. Dafür aber andere." (we)

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