AfD-Schock: Ausgerechnet ER will Parteichef werden – das hat extreme Folgen

AfD-Bundesparteitag 2019: Plötzlich tritt noch ein Kandidat auf den Plan.
AfD-Bundesparteitag 2019: Plötzlich tritt noch ein Kandidat auf den Plan.
Foto: dpa

Das könnte AfD-Chef Jörg Meuthen in arge Schwierigkeiten bringen. Kurz vor dem AfD-Bundesparteitag 2019 in Braunschweig hat nun auch der parteiintern umstrittene baden-württembergische Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon seine Kandidatur für den Parteivorsitz bekannt gegeben.

Erst vor wenigen Tagen hatte AfD-Mann Jörg Meuthen erklärt, dass eine Zusammenarbeit mit einem extrem rechten Co-Chef in der Parteispitze mit ihm nicht zu machen sei.

AfD: „Brandmauer nach rechts“

Der AfD-Chef hatte in dem TV-Talk erklärt, es müsse in der Partei eine „Brandmauer nach rechts“ geben. Moderatorin Sandra Maischberger hatte ihn immer wieder gefragt, wann denn für ihn die rote Linie überschritten sei.

Falls Gedeon gewählt werden sollte, hätte Jörg Meuthen ein Problem.

AfD-Bundesparteitag 2019: Gedeon tritt plötzlich auch zur Wahl an

AfD-Rechtsaußen Gedeon teilte seine Kandidatur am Donnerstag mit. Dort attackierte er auch den Bundesvorstand: Es sei skandalös, wenn dieser versuche, durch Parteiausschlussverfahren den innerparteilichen Meinungskampf zu seinen Gunsten zu steuern, schrieb er.

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Ende Oktober war ein Parteiausschlussverfahren gegen den wegen Antisemitismusvorwürfen vorbelasteten Landtagsabgeordneten erneut gescheitert.

Der baden-württembergische Landesvorstand hatte ebenfalls schon den Parteiausschluss gegen Gedeon angestrebt - das Landesschiedsgericht im Südwesten wies den Antrag aber unter Verweis auf formale Gründe zurück. Gedeon selbst weist die Antisemitismus-Vorwürfe zurück. Er sitzt derzeit als fraktionsloser Abgeordneter im Parlament und löst mit seinen Redebeiträgen immer wieder Empörung aus.

AfD: Chrupalla, Curio - und Gedeon?

Die AfD will auf ihrem zweitägigen Parteitag, der am Samstag beginnt, einen neuen Bundesvorstand wählen. Als aussichtsreiche Kandidaten für die zwei Co-Vorsitzenden-Posten gelten der aktuelle Vorsitzende Jörg Meuthen und der sächsische Bundestagsabgeordnete Tino Chrupalla.

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Das Feld der Bewerber ist in den vergangenen Tagen aber noch einmal unübersichtlicher geworden. Vor allem der Berliner Bundestagsabgeordnete Gottfried Curio hat die Planungen für den Bundesparteitag mit seiner Kandidatur noch einmal kräftig durcheinandergewirbelt.

Curio gilt ebenfalls als sehr rechter AfD-Mann. Zwar gehört er nicht offiziell dem rechtsextremen AfD-„Flügel“ von Björn Höcke an, aber er genießt dort viel Sympathie. Curio ist als rechter Scharfmacher und für extrem markige Reden an der Grenze zur Geschmacklosigkeit bekannt, verschleierte Frauen nannte er zum Beispiel einen „schwarzen Sack, der spricht“.

AfD-Mann Curio: „Meister der pointierten Rede“

Meuthen hatte bei Maischberger dennoch erklärt, dass er sich vorstellen könnte, zusammen mit Curio die AfD zu führen. Als die Moderatorin noch einmal verdutzt nachfragte, erklärte der AfD-Chef, Curio sei nunmal ein „Meister der pointierten Rede“.

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Als chancenreiche Kandidatinnen gelten auch die niedersächsische Landeschefin Dana Guth und die Bundestagsabgeordnete Nicole Höchst.

Der Co-Vorsitzende und Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland will nach eigenem Bekunden erst auf dem Parteitag entscheiden, ob er erneut antritt. Nach dem neuen Wirbel und zwei völlig unerwarteten Kandidaten ist es aber wieder ein Stück wahrscheinlicher geworden, dass Gauland sich - wie schon 2017 - spontan zu einer Kandidatur entscheidet. (pen, dpa)

 
 

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