AfD-Mann Frank Magnitz wird brutal zusammengetreten - die Reaktionen erschüttern

AfD-Politiker Frank Magnitz wurde von Vermummten brutal zusammengeschlagen.
AfD-Politiker Frank Magnitz wurde von Vermummten brutal zusammengeschlagen.
Foto: dpa
  • AfD-Mann Frank Magnitz wurde brutal niedergeknüppelt
  • Die Reaktionen darauf im Netz sind alarmierend
  • Ein Kommentar

Ein Mann wurde brutal niedergeknüppelt. Auf offener Straße. Drei Vermummte attackierten ihn, schlugen ihn mit einem Kantholz bewusstlos, traten gegen seinen Kopf - als ihr Opfer schon längst hilflos am Boden lag.

Das Opfer ist Frank Magnitz. Ein 66 Jahre alter Mann aus Bremen. Familienvater. Und AfD-Politiker. Damit ist der Angriff sofort ein Politikum. Eine Tat, die jetzt politisch genutzt wird. Und das ist widerlich.

+++ AfD-Mann Frank Magnitz von Vermummten attackiert und schwer verletzt +++

Nur wenige Stunden nachdem bekannt geworden ist, dass Frank Magnitz schwer verletzt im Krankenhaus liegt, hat sich AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen via Twitter gemeldet. „Im Moment bin ich so erschüttert, dass ich mich außerstande sehe, dies weiter zu kommentieren“, schreibt Meuthen.

Angriff auf AfD-Politiker Magnitz: Bild von klaffender Kopfwunde

Die Erschütterung reicht aber nicht aus, ihn davon abzuhalten, auch noch ein Schockbild mitzuposten: Es zeigt Frank Magnitz mit klaffender Kopfwunde, hilflos liegt er da, Elektroden auf der entblößten Brust. Eine geschmacklose Geste des ach so erschütterten Jörg Meuthen - wie auch viele Twitter-Nutzer anmerken.

Tausende Male wird das Bild geteilt. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Marc Bernhard schreibt dazu bei Twitter vom "Mordanschlag durch Linksextremisten" - obwohl die Polizei noch keine Einzelheiten zu den Tätern oder deren Motiv kennt. Mag sein, vielleicht waren es Linksextremisten - immerhin vermutet die Polizei politische Hintergründe, der Staatsschutz ist eingeschaltet. Aber als erste Reaktion auf eine solche Tat ist der Tweet wie so viele von AfD-Politikern schlicht pietätlos. Darüber hinaus macht sich ein Vertreter einer rechtspopulistischen Partei, die viele rechtsextreme Mitglieder duldet und deren rechtsextreme Positionen oft genug nicht widerspricht, mit einer Warnung vor Extremismus lächerlich.

Twitter ist jetzt voll mit Sprüchen dieser Art. Da faseln AfD-Anhänger von der "Saat linksgrüner Politik", davon, dass man jetzt ja endlich sehe, wie diese "Linken" agieren. Fast könnte man meinen, manche ergötzten sich an den schweren Verletzungen von Frank Magnitz.

Und für Grünen-Politker Cem Özdemir reicht es auch nicht, einfach "gute Besserung" zu wünschen. Oder einfach mal nichts zu sagen, bis man mehr weiß. Auch er verquickt seinen Tweet, in dem er sich eine schnelle Aufklärung der Tat wünscht, mit einer politischen Botschaft.

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„Auch gegenüber der AfD gibt es keinerlei Rechtfertigung für Gewalt“, schreibt er allen Ernstes. So als müsse das extra gesagt werden: Sogar AfD-Politiker darf man nicht einfach zusammenschlagen, soso.

Cem Özdemir: Geschmackloser Tweet

Dazu setzt Özdemir noch den Hashtag #Nazisraus und schreibt: "aber mit den Methoden unseres Rechtssaats". Wieso? Ja, Nazis sind doof und die Politik und die Mittel der AfD kann man zurecht schlecht finden und zutiefst ablehnen. Und vielleicht bezieht Cem Özdemir den Hashtag auf die Diskussion um die Journalistin Nicole Diekmann, die sich derzeit eben wegen der Verwendung dieses Hashtags mit Hassbotschaften von rechten Spinnern im Netz konfrontiert sieht. Aus Solidarität mit ihr nutzen derzeit viele den Begriff #Nazisraus in Sozialen Medien. Mit dem Angriff auf Frank Magnitz hat das aber nun so gar nichts zu tun, der Tweet von Özdemir ist völlig daneben.

Es darf nicht Reflex von Politikern sein, einen brutalen Angriff auf wen auch immer sofort politisch aufzuladen, sofort zu provozieren, sofort nach Schuldigen zu schreien. Wer hinter dem Angriff steckt, das soll die Polizei klären. Dann kann vielleicht auch mit etwas Abstand auf politischer Ebene sachlich diskutiert werden.

Jetzt aber wären ein neutrales "Alles Gute" und "wir verurteilen die Tat" die Worte der Wahl gewesen. Ohne Schockbilder und Pathos. Von allen Akteuren. Immerhin geht es hier um einen Menschen, dem es schlecht geht, der übel zugerichtet im Krankenhaus liegt, der eine Frau und Kinder hat, die sich nun um ihn sorgen.

Alles andere befeuert völlig unnötig einen Konflikt auf Kosten eines Gewaltopfers.

 
 

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