AfD-Antrag im Bundestag sorgt für Belustigung – „Liebe AfD, Eigentor kann ich nur sagen“

Die AfD sorgte mit einem Antrag bei einem SPD-Politiker für Belustigung.
Die AfD sorgte mit einem Antrag bei einem SPD-Politiker für Belustigung.
Foto: IMAGO / Christian Spicker; Bundestag

Geht es um das Thema Flüchtlinge ist die AfD bekanntlich selten weit weg. Es ist eines der Lieblingsthemen der rechtspopulistischen Partei. Doch mit einem Antrag im Bundestag hat die AfD nun bei einigen Politikern für Belustigung gesorgt.

Genauer gesagt: Mit dem Rückzug des Antrags. Ein SPD-Politiker sieht darin nämlich einen Beweis, dass es bei den Zahlen der Geflüchteten nicht so aussieht, wie es die AfD gern weismachen möchten. Er sagt bei seiner Rede: „Liebe AfD, Eigentor kann ich nur sagen.“

AfD-Antrag als Beweis, „dass wir viel erreicht haben“

Die vermeintlichen Argumente der rechten AfD im Zusammenhang mit der deutschen Flüchtlingspolitik sind bekannt. Dass die Partei dabei mitunter lieber auf gefühlte Fakten statt statistische Tatsachen setzt, ist ebenfalls nicht neu. Ein beliebtes Mittel: Das Ausspielen von benachteiligten Gruppen gegeneinander. Warum sollen geflüchtete Menschen Unterstützung erhalten, aber deutsche Obdachlose, so die rhetorische Frage der AfD.

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Das ist die AfD:

  • AfD steht für „Alternative für Deutschland“
  • Parteivorsitzende sind Jörg Meuthen und Tino Chrupalla
  • Gründung am 6. Februar 2013 in Berlin als zunächst rechtsliberale und EU-skeptische Partei
  • ist nach mehreren Spaltungen an den rechten Rand gerückt
  • mehrere Landesverbände so wie die Jugendorganisation werden vom Verfassungsschutz beobachtet

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Dass es für beide Gruppen entsprechende Angebote gibt, geschenkt. Ein Antrag der AfD zur Unterstützung von Obdachlosen beweise laut einem SPD-Politiker jedoch nun, wie es um die Unterbringung geflüchteter Menschen wirklich stehe.

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„Dass wir viel erreicht haben, das beweist ausgerechnet die AfD-Fraktion an diesem Tag heute“, beginnt der SPD-Politiker Lars Castellucci seinen Vortrag.

„Liebe AfD, Eigentor kann ich dazu nur sagen“

„Um 19.05 Uhr hatten sie nämlich was beantragt. Sie hatten beantragt einen Antrag, der hieß: ‚Leerstehende Flüchtlingsunterkünfte für Obdachlose freigeben.‘ Also gibt es einen besseren Beweis, dass wir die Lage wunderbar in den Griff bekommen haben, weil wir die ganzen freistehenden Flüchtlingsunterkünfte jetzt für Obdachlose verwenden können?“, fragt der 46-Jährige ins Plenum des Bundestags.

Dann setzt er zum Konter an: „Das ist Ihnen dann anscheinend auch aufgefallen. Denn jetzt steht plötzlich in der Kurzübersicht: Dieser Tagesordnungspunkt wird abgesetzt. Liebe AfD, Eigentor kann ich dazu nur sagen.“

SPD-Politiker wirft AfD Heuchelei vor

Der SPDler spricht über verschiedene Projekte aus seiner Zeit als Kommunalpolitiker, in der er verschiedene Betroffenengruppen unterstützt habe. Beispielsweise ein Tafelladen oder eine Beschäftigungsinitiative.

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Der AfD, so der Vorwurf des Politikers, sei das Schicksal der Obdachlosen in Wirklichkeit völlig egal: „Wissen Sie, wen ich da nie getroffen habe, wenn ich was für die Leute hier machen wollte? Leute wie sie.“ Dann setzt er noch einmal nach: „Das ist eine reine Heuchelei, was sie hier vorführen.“ Autsch, das hat gesessen. (dav)