AfD: Alice Weidel vergleicht im „Moma“ (ZDF) die Impfpflicht DAMIT – und sorgt für Empörung

AfD-Politikerin Alice Weidel und Moma-Moderator Mitri Sirin.
AfD-Politikerin Alice Weidel und Moma-Moderator Mitri Sirin.
Foto: ZDF

AfD-Politiker in Talk-Shows oder Nachrichtensendungen – auf ihre Auftritte folgt nicht selten ein lauter Knall und öffentliche Aufregung. Diesmal war es Alice Weidel im „Morgenmagazin“(Moma) im ZDF, deren Antworten in der Ausgabe vom Mittwoch im Nachgang für eine Verärgerung bei einigen Zuschauern sorgte.

Ein Vergleich der AfD-Politiker im ZDF sorgte für Empörung. Auch einige andere Aussagen hätten sich die Zuschauer wohl einen etwas genaueren Blick auf die Fakten gewünscht.

AfD: „Morgenmagazin“ befragt Weidel zu Corona-Maßnahmen

Das ZDF hatte Alice Weidel eingeladen, um über die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung zu sprechen. Allein die Einladung der Politikerin der rechtsnationalistischen Partei stieß einigen Zuschauern dabei sauer auf. „Warum wird dieser Frau diese Bühne geboten?“, fragt beispielsweise ein Nutzer auf Twitter.

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Das „Moma“ verteidigt sich auf Twitter: „Die AfD sitzt als größte Oppositionspartei im Deutschen Bundestag. Als solche spricht heute die Fraktionsvorsitzende bei uns in der Sendung.“ Neben der Einladung sorgte in den Sozialen Netzwerken vor allem ein Vergleich für Ärger.

Moderator Mitri Sirin will von Weidel zunächst wissen, ob sie sich auch selbst impfen lassen wolle. Weidel ausweichend: „Wir müssen sehen, was das für ein Impfstoff ist.“ Es gebe eine weit verbreitete Skepsis in der Bevölkerung beim Impfen. Diese sei nachvollziehbar genug Impfstoff zu besorgen, weil sie dieses Chaos delegiert habe. In weitreichenden Kreisen sei eine „Impfbereitschaft nicht vorhanden“. Ob sie sich selbst impfen lassen würde, wissen die Zuschauer danach leider nicht.

Der Blick auf Umfragen zeigt: Etwa 60 Prozent der Bevölkerung sind aktuell dazu bereit, sich impfen zu lassen. Experten schätzen jedoch, dass dieser Wert mit der Zeit steigen wird. Aktuell seien Impfungen neuartig und würden als abstraktere Gefahr wahrgenommen werden, als das Virus selbst, so ein Angstforscher im „Tagesspiegel“. Die Wahrscheinlichkeit, an dem Virus zu sterben, sei dabei natürlich deutlich höher, als an der Corona-Impfung.

Auch Weidels zweiter Kritikpunkt muss eingeordnet werden. Die Bundesregierung hat die Beschaffung von Impfstoffen an die EU delegiert, ist also nicht direkt selbst für die Beschaffung der Impfstoffe zuständig gewesen. Diese Entscheidung sollte ein Wettbieten um Impfstoffe unter den Mitgliedsstaaten verhindern. Kritik gab es hingegen auch von anderen Parteien, dass Deutschland nicht bilateral zugekauft hatte.

Vergleich sorgt für Empörung

Statt eines harten Lockdowns sollten Risikogruppen privilegiert geschützt werden, forderte Weidel im „Moma“. Das sei bisher versäumt worden. Nun drohe „zehntausenden“ Wirtschaftsunternehmen die Insolvenz. Einerseits bemängelt die AfD die Impfstoffbeschaffung der Regierung als unzureichend – gleichzeitig lehnen viele Politiker der Partei Impfungen Grundlegend ab, wie Moderator Sirin feststellt.

Ein Widerspruch, den Weidel wie folgt erklärt: „Wir sind absolut gegen eine Impfpflicht. Das sagt natürlich auch die Bundesregierung. Aber damals hat man auch gesagt, man will keine Mauer bauen“. Man führe de-facto eine Impfpflicht ein, indem man „eine Zwei-Klassen-Gesellschaft schaffen möchte“.

Der Vergleich mit dem Mauerbau sorgt dabei für Entsetzen bei einigen Zuschauern. Auf Twitter kommentieren sie:

  • „Alice Weidel dreht im ZDF Morgenmagazin völlig durch. Vergleicht Coronamassnahmen mit Mauerbau und stellt Falschbehauptungen auf.“
  • „Jetzt vergleicht Weidel die Impfpflicht mit dem Mauerbau. Mehr muss man nicht dazu wissen.“
  • „Da hat Alice Weidel vorhin im Morgenmagazin ernsthaft den Vergleich zwischen Impfpflicht & Mauerbau herangezogen. Was soll man dazu noch sagen“

„Niemand wird hier in Deutschland weggesperrt“

Im Gespräch mit dem Morgenmagazin erklärte Weidel weiter, schon im März habe man bei Präventionsmaßnahmen geschlafen, darauf verwiesen, dass Masken und Desinfektionsmittel nicht helfen würden. Jetzt befände man sich in einem Lockdown, bei dem Bürger nicht mehr vor die Tür gehen dürfen.

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„Niemand wird hier in Deutschland weggesperrt“, hält Moderator Sirin dagegen, wird kurz darauf von Weidel jedoch wieder niedergeredet. Sie wiederholt ihre Forderung, vor allem die ältere Bevölkerungsgruppen zu schützen „Die vulnerablen Gruppen zu schützen, das war auch das Konzept von Schweden“, erinnert sie Sirin. Dort habe man aber nach hohen Zahlen umgeschwenkt. (dav)

 
 

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