AfD: Alexander Gauland hört diese Frage – wird er laut

AfD-Politiker Alexander Gauland reagiert mit Wut auf eine Frage zur Abwahl von Stephan Brandner. (Archiv)
AfD-Politiker Alexander Gauland reagiert mit Wut auf eine Frage zur Abwahl von Stephan Brandner. (Archiv)
Foto: dpa

Das gab es noch nie: AfD-Mann Stephan Brandner hat sich so daneben benommen, dass er als Vorsitzender des Rechtsausschusses abgewählt wurde.

Ein historisches Ereignis, denn: Das hat es in der 70-jährigen Geschichte des Deutschen Bundestages noch nie gegeben.

AfD: Führung zeigt sich dünnhäutig

Entsprechend dünnhäutig zeigten sich Brandner, AfD-Fraktionschefin Alice Weidel und AfD-Fraktionschef Alexander Gauland, als sie nach Brandners Rauswurf vor die Presse traten.

+++ AfD-Politiker Stephan Brandner wird abgewählt – Grund ist diese Aussage +++

Zum Eklat kommt es dann, als es um die Nachfolge Brandners geht. Ein Journalist fragt: „Wird es eine integre Persönlichkeit sein?“

AfD-Mann Alexander Gauland entgleiten Gesichtszüge

Alexander Gauland entgleiten die Gesichtszüge. Er setzt laut an: „Wir haben nur integre Persönlichkeiten.“ Dann brüllt er im Befehlston: „Stellen Sie nicht solche Fragen!“

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AfD-Mann Stephan Brandner:

  • Der Rechtsausschuss hat seinen Vorsitzenden Stephan Brandner abgewählt
  • Er habe hat „weder menschlich noch politisch die notwendige Eignung für den Vorsitz im Rechtsausschuss“
  • Stephan Brandner sorgt regelmäßig mit zweifelhaften Tweets und Aussagen für Empörung
  • Ein paar Beispiele:
  • Nach dem rechten Terroranschlag von Halle, bei dem zwei Menschen gestorben sind, schrieb Brandner via Twitter über ein ZDF-Interview, in dem der jüdische Publizist Michel Friedman der AfD vorwarf, „Judenhass und Menschenhass“ hätten bei ihr eine „politische Heimat“ gefunden. Brandner twitterte daraufhin: „Jede Sendeminute dieses deutschen Michel treibt uns neue Anhänger in Scharen zu - weiter so! #PaoloPinkel #Koksnase #Zwangsfunk.“
  • Zuletzt blamierte sich der AfD-Mann mit einem Bild von einem Adventskalender: Brandner behauptete, der Kalender sei bewusst umbenannt worden. Später stellte sich das als Fake heraus.
  • Zumal Brandner schon kurz darauf den nächsten Eklat auslöste. Dass der zuvor mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Rocksänger Udo Lindenberg die AfD nach ihrem Wahlerfolg in Thüringen scharf angriff, ließ ihn wieder twittern: „Klar, warum der gegen uns sabbert/sabbern muß“, schrieb Brandner und wies auf die Anfang Oktober verliehene Auszeichnung hin - verbunden mit dem Wort „Judaslohn“.

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Und der soeben abgewählte Stephan Brandner fragt: „Von welchem Verein sind Sie denn? Vom Juristinnenbund wahrscheinlich.“ Und Weidel ereifert sich: „Also unglaublich." Die AfD-Frau kriegt sich gar nicht mehr ein, lacht laut.

+++ AfD: Die Partei wird es SO bald nicht mehr geben – Grund ist diese erschreckende Entwicklung +++

AfD-Frau Alice Weidel: „Schon wieder so ne doofe Frage“

Als eine Journalistin zu einer weiteren Frage ansetzt, unterbricht sie Weidel mit wutverzerrtem Gesicht: „Schon wieder so ne doofe Frage.“ Dabei war die Frage noch gar nicht gestellt worden.

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Alice Weidel:

  • 1979 in Gütersloh geboren
  • 2013 Eintritt in die AfD
  • Seit 2017 Co-Vorsitzende der AfD
  • Alice Weidel lebt in der Schweiz

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Ob es nicht sinnvoll gewesen wäre, Stephan Brandner unter anderem bezüglich seiner Twitteräußerungen zur Mäßigung aufzurufen, setzt die Journalistin fort. „Ist das alles dümmlich hier“, murmelt Weidel. AfD-Mann Alexander Gauland antwortet: „Herr Brandner hat sich für seinen Retweet entschuldigt. Und die andere Geschichte ist in keiner Weise in irgendeiner Weise angreifbar.“ „Judaslohn“ sei nunmal ein Begriff, den hätten andere auch schon gebraucht.

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AfD-Fraktionschef Alexander Gauland:

  • 1941 in Chemnitz geboren
  • Nach dem Abitur 1959 flüchtet er in BRD
  • 2013 gehört der ehemalige CDU-Politiker zu den Mitgründern der AfD

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+++ Die AfD hat ihr Ziel erreicht – weil die CDU DIESE fatalen Fehler macht +++

„Er weiß nicht, wofür er sich noch entschuldigen soll.“ Er könne sich ja mäßigen, kommentiert eine Journalistin. Dann sagt Alexander Gauland etwas Interessantes: „Er mäßigt sich schon stark.“ Eine Notwendigkeit dazu scheint der AfD-Politiker also wahrzunehmen.

Der Deutsche Anwaltverein (DAV) hatte die Abwahl schon im Vorfeld für unausweichlich gehalten. DAV-Geschäftsführer Philipp Wendt sagte: „Es kann nicht sein, dass das Recht und dieser gesellschaftlich wichtige Ausschuss von einer Person repräsentiert wird, die andere Menschen beleidigt, diffamiert und Ressentiments gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen schürt.“ (pen, mit dpa)

 
 

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