AfD-Abgeordnete kassiert 6436 Euro im Monat – und macht dafür: nichts

Foto: dpa

160 Plätze gibt es im Berliner Abgeordnetenhaus. Auf einem der 160 sollte während der Sitzungen Jessica Bießmann von der AfD sitzen. Sollte. Sollte – denn die 37-Jährige wurde seit November 2018 im Plenarsaal nicht mehr gesehen – und das obwohl sie jeden Monat 6436 Euro für ihre Arbeit als Politikerin bekommt.

Seitdem sie im November vergangenen Jahres von der AfD-Fraktion (nicht Partei!) ausgeschlossen wurde, kam sie dieser Arbeit nicht mehr nach. Die Abgeordneten-Diät in Höhe von monatlich 3944 Euro und den Zuschuss von 2492 Euro für ihr Büro in Höhe kassiert sie trotzdem weiterhin, wie der „Tagesspiegel“ berichtet.

AfD: Abgeordnete Jessica Bießmann drückt sich vor Sitzungen

Im Netz waren im vergangenen Jahr Fotos aufgetaucht, auf denen Bießmann in ihrer Küche posiert. An sich nichts verwerfliches, wären da nicht die fein säuberlicher aufgereihten Weinflaschen im Hintergrund auf denen jeweils ein Bild von Adolf Hitler abgedruckt war. Die AfD-Fraktion trennte sich in der Folge von Bießmann.

Nun droht der AfD-Frau wieder Ärger ins Haus: „Eine Frau Bießmann hat nichts in der Partei zu suchen“, sagte Berlins AfD-Chef Georg Pazderski und kritisiert laut Bericht des „Tagesspiegel“, dass die 37-Jährige schon vor ihrem Ausschluss ihre Funktion als familienpolitische Sprecherin nur noch halbherzig ausgeübt hatte.

Ob Bießmann nun ganz aus der AfD fliegt, ist noch offen. Seit Oktober 2018 läuft ein entsprechendes Ausschlussverfahren.

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„Bießmann ist abgetaucht“

Derzeit sieht man die Politikerin gar nicht mehr im Parlament. Pro verpasste Sitzung werden ihr dafür 50 Euro abgezogen.

Dabei hatten ihr die Wähler im Wahlkreis in Marzahn-Hellersdorf großes Vertrauen ausgesprochen haben. Mit 29,8 Prozent der Stimmen gewann sie diesen Wahlkreis direkt ins Berliner Abgeordnetenhaus.

„Bießmann ist abgetaucht“, kritisiert Jeannette Auricht, AfD-Bezirkschefin in Marzahn-Hellersdorf.

Politisch aktiv bleibt sie aber über ihre Kanäle in den sozialen Medien. Dort teilt sie weiterhin regelmäßig Beiträge, unter anderem von der Rechtsaußen-Bewegung „Der Flügel“ innerhalb der AfD.

Auf Facebook postete sie auch Bilder von einem Treffen in Burladingen (Baden-Württemberg). Dort soll sie sich laut „Tagesspiegel“ mit anderen AfD-Politikern getroffen haben, denen der Ausschluss aus der Partei droht. (jg)

 
 

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