Ärzte sollen in NRW Leben per Videokonferenz retten

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) stellte die neue Initiative für Telemedizin jüngst vor, an der sich die Unikliniken Münster und Aachen sowie 17 Krankenhäuser aus NRW beteiligen.
NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) stellte die neue Initiative für Telemedizin jüngst vor, an der sich die Unikliniken Münster und Aachen sowie 17 Krankenhäuser aus NRW beteiligen.
Foto: FUNKE Foto Services
Mediziner sollen sich in NRW künftig per Videokonferenz schneller beratschlagen, welche Therapie für einen Patienten die beste ist

Düsseldorf..  Die Unikliniken Münster und Aachen sowie weitere 17 Krankenhäuser beteiligen sich an einer Initiative für „Telemedizin“. Dabei diskutieren Ärzte aus verschiedenen Kliniken und Praxen per Videokonferenz, welche Therapie für einen Patienten die beste ist.

NRW- Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) erklärte bei der Vorstellung der Initiative, dass dadurch viele Leben gerettet werden könnten. Experten aus den Unikliniken könnten im Notfall direkt ihren Rat an Ärzteteams in kleineren Einrichtungen weitergeben.

Datenleitungen werden anders als bei Internet-Telefonie speziell gesichert

Laut Prof. Gernot Marx (Uniklinik Aachen) werden von der Telemedizin Menschen profitieren, die während einer Intensivbehandlung in einer Klinik an einer Blutvergiftung (Sepsis) erkranken. In einem früheren Projekt konnte hier die sehr hohe Sterblichkeitsrate von 40 Prozent um 25 Prozent verringert werden, sagte Marx. Bei der Behandlung von Infektionen sei die Telemedizin ebenfalls hilfreich, wenn eine Antibiotika-Resistenz vorliege.

Im Gegensatz zur normalen Internet-Telefonie seien die Datenleitungen speziell gesichert. Sensible Patientendaten könnten von Unbefugten nicht eingesehen werden. Im Grunde sei diese Behandlung so, als stünden die Ärzte direkt neben dem Patienten. „Nur anfassen können wir ihn nicht“, sagte Marx.

Initiative speist sich aus bundesweitem Fonds der gesetzlichen Krankenkassen

Die Kliniken, die sich beteiligen, liegen im Raum Aachen und Münster. Auch zwei Ärztenetzwerke mit 130 Medizinern sind angeschlossen: das Gesundheitsnetz Köln-Süd sowie „Medizin und mehr“ in Bünde.

In die auf drei Jahre angelegte Initiative fließen 20 Millionen Euro aus einem bundesweiten Fonds, der von den gesetzlichen Kassen finanziert wird. In den beiden Unikliniken stehen als Ansprechpartner rund um die Uhr Ärzte mit Spezialwissen für Intensivmedizin und Infektiologie zur Verfügung.

Insgesamt sollen 50 000 Patienten telemedizinisch versorgt werden. Ministerin Steffens hofft, dass die Telemedizin immer mehr Teil der Regelversorgung wird. Die Technik könne nach dem Projekt erweitert und auch von anderen Fachgebieten genutzt werden.

 
 

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