Wird das Abitur bald deutlich schwieriger? Lehrerverband hat dazu eine klare Forderung

Wird das Abitur in Deutschland  bald schwieriger?
Wird das Abitur in Deutschland bald schwieriger?
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Berlin. Ist das Abitur in Deutschland zu einfach? Der Deutsche Philologenverband fordert jedenfalls, dass die Abiturienten hierzulande künftig strenger benotet werden sollen. Der Verband will Abitur-Noten, die aussagekräftiger sind als bislang, sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Lin-Klitzing.

Dies sei erforderlich, –wenn wir wollen, dass die jungen Menschen gut auf das Arbeitsleben oder ein Studium vorbereitet werden“.

Abitur: Werden das Bestehen und die Note eins im Abi künftig schwieriger?

Lin-Klitzing erläuterte: „Heute gilt ein Beschluss der Kultusministerkonferenz für die gymnasiale Oberstufe, dass eine Prüfung als bestanden gilt, wenn die Schülerin oder der Schüler weniger als die Hälfte der Aufgaben gelöst hat.“ Die Kultusministerkonferenz ist ein Gremium, in dem sich die Bundesländer bildungspolitisch abstimmen.

Reicht weniger als die Hälfte zum Bestehen im Abitur aus? Die Verbandschefin hat eine klare Antwort: „Hier sollte wieder die Hälfte als Mindestniveau gelten.“ Und es gelte aktuell, dass nur 90 Prozent der Aufgaben gelöst werden muss, damit man ein „Sehr gut“ erhält. „Hier sollte zu 100 Prozent zurückgekehrt werden.“

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„Falsche Selbsteinschätzung im Abitur kann Probleme bringen“

Lin-Klitzing begründete ihre Forderungen nach strengeren Regeln mit den Anforderungen im Berufsleben nach der Schule. „Andernfalls erhalten viele Schülerinnen und Schüler eine positivere Rückmeldung über ihre Leistung, als es ihrem realen Stand entspricht“, sagte sie.

„Jenseits der Schule kann eine entsprechend falsche Selbsteinschätzung aber Probleme für die Betroffenen bringen.“

Änderung bei der Grundschulempfehlung?

Auch für Grundschüler schlug die Verbandsvorsitzende eine Änderung vor: „Die Grundschulempfehlung sollte wieder verbindlicher werden.“ Lin-Klitzing kritisierte: „In den meisten Bundesländern können die Eltern heute alleine entscheiden, auf welche weiterführende Schulart ihr Kind wechselt.“ Das sei einseitig.

Stattdessen solle es eine Kombination von Elternwunsch, Lehrerurteil und bundesweiten Tests in der letzten Grundschulklasse gemäß deutschlandweit geltenden Standards geben. „Die Noten für diese Tests sollten als ein Bestandteil in die Grundschulempfehlung eingehen“, sagte Lin-Klitzing. „Dazu sollte die Empfehlung der Lehrer auf Basis der weiteren Leistungen der Schülerinnen und Schüler sowie das Votum der Eltern kommen.“ (dpa)

 
 

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