Aachen, Dortmund, Gladbach - Wo sich Neonazis zu Fans machen

Neonazis in Stadien mischen sich unter die Fans.
Neonazis in Stadien mischen sich unter die Fans.
Foto: imago/sport
Rund jeder 20. gewalttätige Zuschauer in einem Fußballstadion ist rechtsextrem. Zu diesem Ergebnis kommt die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS). Rechte Zuschauer haben die Experten bundesweit in 16 Stadien ausgemacht - die Hälfte davon liegt in Nordrhein-Westfalen.

Düsseldorf.. In bundesweit 16 Spielstädten der ersten und zweiten Liga mischen sich rechtsextreme Fans unter gewaltbereite Zuschauer – davon liegen acht in NRW. Zu diesem Ergebnis kommt die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS). Durchschnittlich 4,5 Prozent der gewalttätigen Zuschauer zählten auch zur rechten Szene, sagte ein Sprecher von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) der WAZ Mediengruppe. Von festen rechtsextremen Strukturen, die systematisch im Umfeld des Fußballs aufgebaut würden, könne man allerdings bisher nicht reden.

Dass sich Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus im Gewand vermeintlich harmloser Fans in Stadien ausbreiten, ist kein neues Phänomen. Schon vor zwei Jahren musste das Präsidium des DFB einräumen, Fußball werde zunehmend von rechten Gruppen missbraucht. Von Überschneidungen zwischen gewaltbereiten Anhängern und der rechten Szene war auch die Rede, als Jäger und DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock ein Handlungskonzept gegen Gewalt beim Fußball vorstellten und „null Toleranz“ forderten.

Dortmund, Mönchengladbach, Düsseldorf und Duisburg betroffen

Nach dem ZIS-Bericht für die Saison 2010/11 waren in NRW die Stadien in Dortmund, Mönchengladbach, Düsseldorf, Duisburg, Paderborn, Bielefeld und Oberhausen betroffen. „Besondere Probleme“ sieht das Ministerium bei Alemannia Aachen, wo der Anteil rechter Fans überproportional hoch sei. „Offensichtlich fühlen sich diese Rechtsextremisten bei den prügelnden, saufenden Fußballidioten sehr wohl und versuchen, ihre Freizeit mit denen zu gestalten“, sagte Jäger dem WDR.

Borussia Dortmund war in die negativen Schlagzeilen gerückt, als zum Saisonauftakt im Stadion auf einem Banner „Solidarität mit der NWDO“ gefordert wurde – der Minister hatte den „Nationalen Widerstand Dortmund“ verboten. Allerdings, so Jäger, habe der Verein vorbildlich reagiert und eine Initiative gegen Rechtsextreme gestartet.

 
 

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