A49: „Verbrecher“, „Öko-Extremisten“ – CDU-Politiker mit Wut-Anklagen nach Unfall

A49-Ausbau: Die Polizei sperrte die A3 in beiden Richtungen. Es kam zu einem verheerenden Unfall am Stauende. Bundesministerin Julia Klöckner ist entsetzt.
A49-Ausbau: Die Polizei sperrte die A3 in beiden Richtungen. Es kam zu einem verheerenden Unfall am Stauende. Bundesministerin Julia Klöckner ist entsetzt.
Foto: imago images / Political-Moments, imago images/Jörg Halisch

Julia Klöckner ist außer sich. Die Merkel-Ministerin erhebt schwere Vorwürfe und wird gegen einige Aktivisten richtig deutlich.

Seit Anfang Oktober gibt es entschlossene Proteste von Umweltschützern gegen den Ausbau der A49 in Hessen. Nun kam es infolge einer Protestaktion zu einem schweren Autounfall auf der A3. Julia Klöckner ist entsetzt. Sie ist nicht die einzige Politikerin in der Partei, welche nach dem Unfall zu drastischer Wortwahl griff.

A49: Verhängnisvoller Unfall nach Autobahnblockade von Umweltschützern

Am Dienstag hatten Umweltaktivisten den Verkehr auf der A3 zwischen den Anschlussstellen Idstein und Bad Camberg behindert. Sie seilten sich von einer Brücke ab und rollten Transparente aus, auf denen zu lesen war: „Straßenbahn, Nulltarif, Fahrradstraßen statt Autos“.

Daraufhin sperrte die Polizei die Autobahn in beiden Fahrtrichtungen und alarmierte sogar Spezialeinsatzkräfte. Es bildete sich ein kilometerweiter langer Stau. Ein 29-jähriger Autofahrer bemerkte den Stau zu spät. Er krachte mit seinem Skoda gegen eine Lastwagen und wurde dabei schwer verletzt. Wie die FAZ berichtet, musste er mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen werden.

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Die Polizei will gegen die sieben Teilnehmer der Abseilaktion Ermittlungen aufnehmen. Im Raum stehen die Vorwürfe gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und Nötigung, schreibt die Bild.

Die Aktivisten wollten mit der Autobahn-Demo offenbar gegen die Rodung des Darrenröder Forstes und des Herrenwalds für den Bau der A49-Strecke protestieren. Angesichts des Klimawandels fordern sie eine Verkehrswende und halten einen Autobahn-Ausbau für Irrsinn. Befürworter des Projektes argumentieren, dass sich durch den Ausbau die Fahrtzeit zwischen Gießen und Kassel deutlich verkürze und davon auch die Wirtschaft profitieren werde.

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Merkel-Ministerin Julia Klöckner entsetzt über Folgen der A49-Proteste

Die Initiative „Wald statt Asphalt“ bedauerte den schweren Unfall: „Es ist schrecklich, dass es zu dieser Tragödie gekommen ist.“ Jedoch wiesen sie einen Tweet der Polizei Mittelhessen zurück, der den Unfall als unmittelbare Folge der Aktion darstellte. Auffahrunfälle bei Autobahnstaus würden sonst als „trauriger Alltag akzeptiert“.

Aus Berlin meldete sich Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner über Twitter zu Wort. Die Bezeichnung „Umweltaktivisten“ sei ein „zu liebevoller Begriff für diese Unverantwortlichen", so die Ministerin. Sie gibt somit offenbar auch den Demonstranten die Schuld an dem Unglück.

CDU-Abgeordneter sieht nach A49-Unfall rot: „Verbrecher“

Auch ihr CDU-Parteifreund und hessische Innenminister Peter Beuth ist empört: „Protest, der Menschenleben gefährdet, hat keinerlei Legitimation. Der schwere Unfall auf der A3 hat gezeigt, dass solche Aktionen lebensgefährliche Konsequenzen für Aktivisten und Unbeteiligte haben können. Wer seine Mitmenschen gefährdet, muss hart bestraft werden. Illegale Aktionen, Angriffe gegen unsere Einsatzkräfte oder die Gefährdung der Allgemeinheit müssen sofort eingestellt werden.“

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Noch viel deutlicher wird CSU-Generalsekretär Markus Blume, der in seinem Tweet von „radikalen Öko-Extremisten“ spricht, die zunehmend zu einem Problem werden würden. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch bezeichnete sie gar als „Verbrecher“, denen es primär um Geltungssucht gehe.

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Mehr Informationen über den A49-Protest

  • Für den geplanten Neubau des A49-Teilabschnittes sollen rund 85 Hektar Wald gerodet werden.
  • Davon etwa 27 Hektar des insgesamt 1000 Hektar großen Dannenröder Forstes.
  • Der Bauabschnitt beläuft sich auf 31 Kilometer.
  • Ziel ist der Lückenschluss zwischen der A49 und A5

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Polizei räumt A49-Protestcamp in Hessen

Unterdessen räumte die Polizei ebenfalls am Dienstag ein A49-Protestcamp von radikalen Umweltschützern. Bei dem Großeinsatz im Herrenwald bei Stadtallendorf (Kreis Marburg-Biedenkopf) holten die Einsatzkräfte die Aktivisten aus Bäumen, Hängematten und von Plattformen, damit die Fällarbeiten für die geplante A49-Trasse fortgesetzt werden konnten.

Luisa Neubauer ist stinksauer auf ihre Grünen: „Ich kann das nicht glauben“

Luisa Neubauer, die deutsche Greta und prominenteste Sprecherin von Fridays for Future in Deutschland, ist fassungslos über ihre eigene Partei, die Grünen. Es geht um den A49-Ausbau in Hessen. Grünen-Chef Robert Habeck reagierte in der ARD-Sendung Maischberger emotional auf die Kritik von Luisa Neubauer.

 
 

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