5770 Fälle von Sprengstoff-Funden an Flüghäfen

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maiziere und Dr. Dieter Romann, Präsident des Bundespolizeipräsidiums, stellen des Jahresbericht 2014 der Bundespolizei vor.
Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maiziere und Dr. Dieter Romann, Präsident des Bundespolizeipräsidiums, stellen des Jahresbericht 2014 der Bundespolizei vor.
Foto: imago/Reiner Zensen
Die Bundespolizei stellte ihren Jahresbericht 2014 vor. Sie hatte viel zu tun. Daher erhält sie im kommenden Jahr 900 zusätzliche Stellen.

Berlin..  Die Bundespolizei hat 2014 insgesamt 1110 Schusswaffen an Flughäfen sichergestellt – pro Tag drei Pistolen. Das geht aus dem Jahresbericht der Bundespolizei hervor, der gestern vorgestellt wurde. In 5770 Fällen wurden Sprengstoff, aber auch Munitionsteile gefunden. Hinzu kamen 6209 Waffenattrappen. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) bemerkte süffisant, man wundere sich, „was manche Leute so mitnehmen wollen im Gepäck.“

Die Potsdamer Behörde überwacht die Grenzen, ist aber auch für die Sicherheit an den Bahnhöfen, Häfen und Airports zuständig, wobei die Kontrolle der Fluggäste privatisiert wurde und vielfach in der Kritik stand. Erst nach einer Nachkontrolle hätten sich die Sicherheitsmängel am Frankfurter Flughafen „positiv erledigt“, räumte de Maizière ein.

Erstmals seit Jahren bekommt die Bundespolizei 2015 und 2016 über 900 Stellen mehr.

Der Hintergrund dafür ist unter anderem der sprunghafte Anstieg der Flüchtlinge. Die Zahl der illegalen Einreisen nach Deutschland ist gestiegen. Sie lag 2014 bei 57 000. Dieses Jahr hat die Bundespolizei bereits 63 000 unerlaubt eingereiste Personen registriert, erklärte der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann. Das seien 160 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Nahezu die Hälfte der illegal Eingereisten kam über die österreichische Grenze nach Deutschland. Allein am Wochenende habe die Bundespolizei 3000 Fälle gezählt, Menschen vor allem vom Balkan, ferner aus Syrien, Eritrea und aus Afghanistan. Die Bundespolizei nahm 2014 nach eigenen Angaben mehr als 2100 Schleuser fest. Bis Ende Juni waren es wieder 1500 Festnahmen.

Romann wies Berichte zurück, wonach seine Beamten in Passau vor dem Ansturm kapituliert hätten und dass Tausende Flüchtlinge nicht registriert würden. Man habe extra eine Turnhalle gemietet, um jeden Fall aufnehmen zu können. Fingerabdrücke würden gespeichert, allerdings nicht immer direkt bei der Bundespolizei. In manchen Fällen würden die Beamten die Asylbewerber zu den Erstaufnahmelagern bringen. Spätestens dort würden ihnen die Fingerabdrücke genommen.

EURE FAVORITEN