500 Asylbewerber in Österreich bekommen kein Bett gestellt

Etagenbetten in einer Notunterkunft für Asylsuchende in Karlsruhe. In Österreich ist das zentrale Aufnahmelager derart überfüllt, dass die Flüchtlinge auf dem Boden schlafen müssen.
Etagenbetten in einer Notunterkunft für Asylsuchende in Karlsruhe. In Österreich ist das zentrale Aufnahmelager derart überfüllt, dass die Flüchtlinge auf dem Boden schlafen müssen.
Foto: dpa
Die große Zahl von Flüchtlingen führt in Österreich zu extremen Engpässen bei der Unterbringung. Nicht jeder Migrant bekommt beispielsweise ein Bett.

Traiskirchen.. Rund 500 Asylbewerber müssen in Österreich seit Tagen oder Wochen ohne Bett auskommen. Stattdessen liegen sie in Wartesälen mit Decken auf dem Boden. Das bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums am Dienstag in Wien. Das zentrale Aufnahmelager für Flüchtlinge in Traiskirchen bei Wien sei mit aktuell 2300 Plätzen völlig ausgelastet. Da viele Bundesländer die Quoten zur Aufnahme von Flüchtlingen nicht erfüllten, komme es zu einem "Rückstau".

"Sie werden versorgt. Aber wir können nicht allen ein Bett anbieten", sagte der Sprecher weiter. Dagegen sprächen rechtliche Gründe. Die betroffenen Asylbewerber bekämen Decken. Außerdem würden auf dem Areal Wartesäle und Garagen für die Nacht geöffnet. Von den 2300 Flüchtlingen sind aufgrund von Platzmangel bereits rund 500 in Zelten untergebracht. Bei einem Besuch des Lagers hatte ein Vertreter der Caritas jüngst von einem "Ort der Schande für Österreich" gesprochen.

Trotz einer zum 20. Juli wirksamen Gesetzesänderung, wonach künftig die Asylbewerber in den Städten verbleiben sollen, in denen sie ihren Antrag stellen, rechnet das Innenministerium nicht mit einer baldigen Entspannung der Lage. Dazu müssten endlich alle neun Bundesländer ihre Unterbringungsquoten erfüllen, hieß es. Bisher seien es nur drei Länder. Gemessen an der Einwohnerzahl war Österreich im Mai - neben Schweden - das begehrteste Zielland für Flüchtlinge. Mit 6240 hatten zweieinhalb Mal mehr Menschen Zuflucht gesucht als im Vorjahresmonat. (dpa)

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