27 Tote bei Bombenanschlägen in Pakistan

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Peshawar. Bei zwei schweren Bombenanschlägen auf belebten Märkten im Nordwesten Pakistans sind am Freitag mindestens 27 Menschen getötet worden. Dutzende weitere seien verletzt worden, sagte ein Polizeivertreter.

Bei zwei schweren Bombenanschlägen auf belebten Märkten im Nordwesten Pakistans sind am Freitag mindestens 27 Menschen getötet worden. Dutzende weitere seien verletzt worden, sagte ein Polizeivertreter. Allein 21 Menschen kamen bei einem Anschlag in der 2,5-Millionen-Einwohner-Stadt Peshawar ums Leben, die nahe der von Islamisten als Rückzugsgebiet genutzten Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan liegt.

Die Bombe befand sich nach Angaben von Polizisten in einem Auto, das vor einer schiitischen Moschee an einem der größten Märkte der Stadt abgestellt war. Der Basar sei zum Zeitpunkt des Anschlags voller Menschen gewesen, die ihre Einkäufe für das muslimische Opferfest Eid-el-Adha erledigten, sagte ein Augenzeuge. Insgesamt wurden nach Polizeiangaben über 80 Menschen verletzt. Unter den Todesopfern seien auch Frauen und Kinder. Die Bombe riss einen 1,5 Meter tiefen Krater, wie der Polizeichef von Peshawar, Malik Naveed, sagte. Mehrere umliegenden Gebäude standen nach Angaben von Augenzeugen in Flammen, auch ein Hotel und mehrere Geschäfte wurden beschädigt.

In 16 Monaten kamen über 1500 Menschen ums Leben

Im angrenzenden Stammesbezirk Orakzai waren nur wenige Stunden zuvor sechs Menschen ums Leben gekommen, als ebenfalls auf einem Markt eine Autobombe hochging. In Orakzai stellen die Schiiten die Bevölkerungsmehrheit. Insgesamt sind im sunnitisch geprägten Pakistan mit 160 Millionen Einwohnern nur rund 20 Prozent Schiiten. Im Nordwesten des Landes kam es in jüngster Zeit immer häufiger zu Auseinandersetzungen zwischen Schiiten und Sunniten. Zu den jüngsten Anschlägen bekannte sich zunächst niemand.

Insgesamt sind bei Anschlägen in den vergangenen 16 Monaten in Pakistan über 1500 Menschen ums Leben gekommen. Die bergige Region im Nordwesten Pakistans gilt als Rückzugsgebiet für Taliban-Kämpfer und Anhänger des internationalen Terrornetzwerks El Kaida. Die pakistanische Armee hatte dort im August dieses Jahres eine großangelegte Offensive gegen islamistische Aufständische gestartet und damit eine Intensivierung der Anschläge im Land provoziert.

Auch die USA feuern regelmäßig von unbemannten Flugzeugen aus Raketen in dem Gebiet ab. Am Freitag starben durch den Beschuss einer US-Drohne in der Stadt Mir Ali mindestens drei Aufständische, wie die pakistanischen Behörden mitteilten. (afp)

 
 

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