2200 Menschen in NRW warten auf eine Organspende

Essen..  Um dem erheblichen Rückgang bei Organspenden auch in NRW entgegenzuwirken, setzt Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) auf bessere Aufklärung der Bürger. „Jeder Mensch kann plötzlich auf eine Organspende angewiesen sein“, sagte die NRW-Ministerin zur WAZ. Daher sei eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema wichtig.

In NRW warten derzeit etwa 2200 schwerkranke Patienten auf ein Spenderorgan. Die Zahl der Spenden ist aber zurückgegangen – von 148 im Oktober 2015 auf aktuell 135. Deutschlandweit registrierte die Deutsche Stiftung Organtransplantation 717 Organspenden, vor einem Jahr lag dieser Wert bei 736.

Viele Menschen verdrängten das Thema, sagte Prof. Katrin Iven, Transplantationsbeauftragte des Uni-Klinikums Düsseldorf. „Wenn dann die Situation kommt, sind die Angehörigen meist überfordert.“ Um dem vorzubeugen, sollte jeder seine Entscheidung für oder gegen eine Spende dokumentieren müssen, etwa bei der Beantragung eines Passes.

Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery forderte mehr Geld für Operationen und Transplantationsbeauftragte in den Kliniken. Hier seien die Krankenkassen „noch ein großer Bremsklotz“.

Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD-Bundestagsfraktion, unterstützte Montgomery. „Aufwand und Kosten der Organspende werden unterschätzt“, sagte er der WAZ. Man dürfe nicht am falschen Ende sparen. Eine „gelungene Transplantation spart sehr viel Geld und erspart langes Leid“.

 
 

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