1475 minderjährig Verheiratete in Deutschland registriert

Protestaktion gegen Kinderehen in Berlin im vergangenen Jahr: Vor allem durch den Zuzug von Flüchtlingen ist die Zahl der verheirateten Minderjährigen in Deutschland angestiegen.
Protestaktion gegen Kinderehen in Berlin im vergangenen Jahr: Vor allem durch den Zuzug von Flüchtlingen ist die Zahl der verheirateten Minderjährigen in Deutschland angestiegen.
Foto: imago/Christian Ditsch
  • Zuzug von Flüchtlingen führt zu hoher Zahl von verheirateten Kindern und Jugendlichen
  • 361 verheiratete Kinder bundesweit sind jünger als 14 Jahre alt
  • Behörden rechnen mit hoher Dunkelziffer

Berlin.. Vor allem durch den Zuzug von Flüchtlingen gibt es in Deutschland eine hohe Zahl von verheirateten Kindern und Jugendlichen: Zum Stichtag 31. Juli 2016 waren im Ausländerzentralregister exakt 1475 minderjährige ausländische Personen mit dem Familienstand „verheiratet“ gespeichert. Das ergab eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen, die unserer Redaktion vorliegt. Die Behörden gehen davon aus, dass die Dunkelziffer höher ist.

Laut Innenministerium handelt es sich bei den meisten minderjährig Verheirateten mit 664 Personen um Syrer. Weitere Herkunftsstaaten sind Afghanistan (157), Irak (100), Bulgarien (65), Polen (41), Rumänien (33) und Griechenland (32). Mädchen (1152) bilden dabei die deutliche größere Gruppe als Jungen.

In Deutschland sind Ehen ab 16 Jahren möglich

Zu den 16- bis unter 18-jährigen Verheirateten gehören 994 Personen. 361 verheiratete Kinder sind jünger als 14 Jahre alt. Nur 26 der registrierten Personen haben ein unbefristetes Aufenthaltsrecht, 516 haben ein befristetes Aufenthaltsrecht. In Deutschland sollen Ehen nicht vor der Volljährigkeit geschlossen werden. Mit Einwilligung der Eltern sind Ausnahmen ab vollendetem 16. Lebensjahr möglich.

 

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