Zwölf Kamele von Schönheitswettbewerb disqualifiziert – weil sie Botox in den Lippen hatten!

Das Preisgeld beim Schönheitswettbewerb des jährlichen King-Abdulaziz-Kamel-Festivals liegt in Millionenhöhe – der Hang zum Schummeln ist deshalb riesig.
Das Preisgeld beim Schönheitswettbewerb des jährlichen King-Abdulaziz-Kamel-Festivals liegt in Millionenhöhe – der Hang zum Schummeln ist deshalb riesig.
Foto: Faisal Al Nasser / REUTERS
  • Beim saudischen King-Abdulaziz-Kamel-Festival wurden zwölf Kamele vom Schönheitswettbewerb ausgeschlossen
  • Der Grund: Sie wurden im Vorfeld mit Botox behandelt
  • Nun werden Rufe nach härteren Strafen laut

Al Dhana.  Der Botoxwahn macht auch vor Kamelen nicht halt! Beim diesjährigen King-Abdulaziz-Kamel-Festival im saudischen Al Dhana wurden zwölf Paarhufer vom Schönheitswettbewerb disqualifiziert – weil ihre Lippen mit Botox aufgespritzt waren.

Im Kampf um den begehrten Titel „Miss Kamel“ und ein Preisgeld in Millionenhöhe greifen die Kamelbesitzer gerne mal in die Trickkiste. Nun werden Rufe nach härteren Strafen laut, wie „The National“ berichtet.

Botox in Lippen, Nase und Kiefer

Die Schönheit eines Kamels wird nicht nur nach seiner Höhe, seiner Form und seinen Höckern beurteilt. Mindestens genauso wichtig sind Form und Fülle der Lippen. Um das eigene Kamel zum Star zu machen, wird da gerne auch mit medizinischen Mitteln nachgeholfen.

„Botox wird in die Lippen, in die Nase und sogar in den Kiefer gespritzt. Das gibt einen imposanteren Kopf und wenn das Kamel vorgeführt wird, sagen alle: ,Oh, schaut, wie groß dieser Kopf ist. Es hat große Lippen und eine große Nase’“, wie der Sohn eines erfolgreichen Züchters „The National“ erklärt.

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Verlockendes Preisgeld

Das verstößt jedoch gegen die Regeln. Aus diesem Grund wurden zwölf der 30.000 teilnehmenden Kamele vom Festival ausgeschlossen, das seit Anfang Januar in der Nähe von Riad stattfindet und noch bis Ende des Monats andauert.

Die Preisgelder beim King-Abdulaziz-Kamel-Festival betragen insgesamt 57 Millionen US-Dollar (rund 46 Mio. Euro). Neben dem Schönheitswettbewerb – wo am meisten Geld abgestaubt werden kann – gibt es traditionell auch Kamel-Rennen, Dressur-Cups und Foto-Preise. Hunderttausende Besucher kommen jedes Jahr.

Rufe nach härteren Strafen

Schon im Vorfeld des Wettbewerbs gab es Berichte in den saudischen Medien über einen Tierarzt, der Kamele mit Botox behandelt und einigen die Ohren verkleinert hat – ein weiteres Schönheitsideal.

Vor allem die junge Generation fordert nun härtere Strafen für Eingriffe dieser Art. Momentan können manipulierte Kamele zwar disqualifiziert werden, Kamelbesitzer kommen jedoch ohne Strafe davon und können schlicht mit anderen Tieren antreten.

Eine moralische Diskussion, über den Schutz der Tiere vor derartigen Eingriffen, scheint jedoch auszubleiben. (alka)

So erkenne ich, ob bei Lebensmitteln auf das Tierwohl geachtet wurde
 
 

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