Zeitumstellung: Bundesregierung will keinen Alleingang in EU

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Kein Sonderweg für Deutschland. In der Debatte um die Abschaffung der Zeitumstellung soll Deutschland keinen besonderen Weg gehen.

Berlin.  In der europaweiten Debatte um eine Abschaffung der Zeitumstellung will sich die Bundesregierung wohl mit anderen EU-Ländern abstimmen – und nicht allein entscheiden.

„Ich halte es für relativ unwahrscheinlich, dass wir das in einem Alleingang machen“, sagte Justizministerin Katarina Barley (SPD) am Mittwoch bei der Regierungsbefragung im Bundestag. Zwar gebe es noch keine abgestimmte Haltung in der Bundesregierung, aber es sei wohl sinnvoll, „dass man das in einem größeren Gebiet gleich handhabt“.

Die Europäische Kommission möchte den Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit abschaffen, weil sich bei einer EU-weiten Online-Umfrage 84 Prozent der Teilnehmer für die Abschaffung der Zeitumstellung ausgesprochen hatten. Die EU-Staaten und das Europaparlament müssten einem solchen Vorhaben allerdings mehrheitlich zustimmen.

Jedes Land soll sich bis April entscheiden

Schon jetzt gibt es drei Zeitzonen in der EU. In Deutschland und 16 weiteren Staaten herrscht dieselbe Zeit. Acht Länder - unter ihnen Bulgarien, Estland, Finnland, Griechenland und Zypern - sind eine Stunde voraus. Drei Staaten sind eine Stunde zurück, nämlich Irland, Portugal und Großbritannien.

Nach den Plänen der EU-Kommission sollten Europaparlament und EU-Staaten dem Vorschlag nun zügig zustimmen. Jedes Land solle der Brüsseler Behörde bis April 2019 mitteilten, ob es dauerhaft in der Sommer- oder in der Winterzeit bleiben möchte. Jene Staaten, die die ewige Sommerzeit einführen, müssten die Zeit am 31. März 2019 das letzte Mal eine Stunde vorstellen.

In Deutschland gibt es die Sommerzeit seit 1980. Seit 1996 stellen die Menschen in allen EU-Ländern die Uhren am letzten Sonntag im März eine Stunde vor und am letzten Oktober-Sonntag wieder eine Stunde zurück. Eigentlich soll das Tageslicht besser genutzt und dadurch Energie gespart werden. Der tatsächliche Nutzen ist umstritten. Viele Menschen klagen zudem über gesundheitliche Probleme. (dpa/msb)

 
 

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