ZDF-Doku widmet sich dem Elend der Flüchtlinge

Im Rahmen der Mare-Nostrum-Operation der italienischen Marine gerettete Flüchtlinge werden auf einem Kriegsschiff nach Sizilien gebracht.
Im Rahmen der Mare-Nostrum-Operation der italienischen Marine gerettete Flüchtlinge werden auf einem Kriegsschiff nach Sizilien gebracht.
Foto: ZDF
"ZDFzeit" ist die Problemzone des Zweiten. Allzu oft bieten die Mainzelmänner dienstagabends Fernsehfastfood an – wie den unsäglichen Burger-Test. Dabei kann es das ZDF deutlich besser, wie die Doku "Riskante Reise" über die Flüchtlingsströme nach Europa beweist.

Essen.. Die Doku-Schiene "ZDFzeit" am Dienstag zur besten Sendezeit gleicht einer Lostrommel. Es sind viele Nieten dabei (bestes Beispiel: Burger-Test), aber manchmal gibt es auch einen Hauptgewinn. Wie jetzt. "Riskante Reise" (20.15 Uhr) stellt, wenige Tage vor der Europawahl, den Umgang der EU mit Flüchtlingen zur Debatte.

Der Film von Michael Richter und Özgür Uludag zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er nicht über Betroffene spricht, sondern mit ihnen. Dabei stellt der 45-Minüter die Massenflucht aus dem Bürgerkriegsland Syrien in den Mittelpunkt. Flüchtlinge kommen zu Wort, legale und illegale. Die Filmemacher haben sogar einen – anonymisierten – Schlepper zum Reden übers Geschäft gebracht.

Bilder aus vielen Blickwinkeln

Zugleich belegen sie, dass in den Mittelmeerstaaten Kompetenzgerangel zuweilen vor Mitmenschlichkeit geht – auch nach der Flüchtlingstragödie vor Lampedusa.

Der Film drückt sich nicht vor einer politischen Einordnung. Man muss nicht dieselben Schlussfolgerungen wie die Autoren ziehen. Aber ihr aus vielen Blickwinkeln recherchierter Film bietet eine hervorragende Diskussionsgrundlage.

 
 

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