YouTuber versetzt Menschen mit Bomben-Streich in Todesangst

Auf YouTube hat der Youttuber „ApoRed“ ein Video hochgeladen, in dem er mit einem Kumpel Menschen mit einer vermeintlichen Bombe in Angst versetzt.
Auf YouTube hat der Youttuber „ApoRed“ ein Video hochgeladen, in dem er mit einem Kumpel Menschen mit einer vermeintlichen Bombe in Angst versetzt.
Foto: dpa
Ein fieser Bomben-Scherz des YouTubers ApoRed hat in Hamburg für Angst gesorgt. Die Polizei ermittelt. Nun folgt seine Entschuldigung.

Hamburg..  Ein Mann schmeißt eine schwarze Tasche in Richtung einer Gruppe von Menschen. Dann folgt die Warnung: „Dreißig Sekunden habt Ihr alle Zeit. Rennt lieber, wenn euer Leben was wert ist.“ Unglaubliche Szenen, die in Hamburgs Innenstadt teilweise für Panik sorgten. Doch die dramatische Situation hat sich im Nachhinein als fieser Scherz entpuppt – initiiert vom Youtuber ApoRed.

Bei seiner Aktion wurde ApoRed von seinem Kumpel Jan unterstützt. Beide ließen sich bei ihrem „Prank“ – ihrem Streich – filmen. Das Video wurde am Donnerstag auf dem Youtube-Kanal von ApoRed unter dem Titel „Bomben Prank!!“ hochgeladen. Darin sind ähnliche – vermeintlich lustige – Szenen zu finden. Im Netz sorgt es allerdings größtenteils für Entsetzen. „So geschmacklos“, „schäm dich, du bist das Letzte“ sind nur einige der Kommentare unter dem Video. Auch auf Twitter häufen sich die Beschwerden. Sogar Youtuber Oguz, ehemaliges Mitglied von Y-Titty, zeigte sich empört.

Ähnlich unlustig fanden offenbar auch die Betroffenen den Scherz, denn sie flüchteten zum Teil. „Das ist gar nicht gut“, ist in dem Video die Stimme einer Frau zu hören. Manche Passanten beschweren sich. Andere zeigen sich von dem Geschehen hingegen unbeeindruckt.

Die Youtuber selbst fanden ihren Streich mehr als gelungen, wie sie am Ende in die Kamera sagen: „Die Reaktionen waren heute mal wieder ultralustig, Mann. Falls Ihr weitere Videos sehen wollt. Vielleicht Mafia-Style? Ich meine, die Anzüge haben wir dafür. Sprengt einfach den Like-Button!“

Hamburger Polizei ermittelt

Die Polizei Hamburg liket das Video sicherlich nicht. „Es ist uns bekannt und es wurde bereits an die entsprechende Dienststelle übergeben“, sagte eine Sprecherin dem „Hamburger Abendblatt“. Es werde geprüft, ob es sich bei den Handlungen um Straftatbestände handelt. Die Männer haben möglicherweise den öffentlichen Frieden durch Androhung einer Straftat gestört (Paragraf 126 Strafgesetzbuch).

Die Welle der Empörung hat offenbar am frühen Freitagabend dafür gesorgt, dass ApoRed das umstrittene Video auf privat gestellt hat. Damit ist es auf Youtube nicht mehr abrufbar. Zuvor wurde das Video jedoch bereits 430.000 Mal aufgerufen. Später am Abend folgte jedoch die Entschuldigung – natürlich per YouTube-Video.

ApoRed: „Man lernt aus solchen Sachen“

Der Inhalt des knapp vier Minuten langen Beitrags? Die ersten 45 Sekunden lang geht es tatsächlich um den „Bomben Prank“, irgendwie zumindest: „Ich wollt’ mich bei allen öffentlich entschuldigen für das Video ,Bomben Prank’.“ So weit, so gut. Im nächsten Satz wird dann aber auch schon wieder deutlich, dass der junge Mann eigentlich überhaupt nicht weiß, was an seinem „Prank“ so schlimm gewesen sein soll: „Klar gibt es viele, die sagen: ,Hey, das war megalustig’. Ich selber fand die Reaktion mit dem Afrikaner megalustig. Aber klar, die eine Hälfte sagt ,uncool’, die andere Hälfte sagt ,cool’.“

Sein Fazit: „Ich werd’ auch gerne öfters als Maßstab genommen für viele Leute. Man lernt aus solchen Sachen. Man lernt aus Fehlern. Man sollte da nicht so lange drauf rumkauen. Die Sache ist erledigt.“ Ob die Hamburger Polizei das genauso sieht, bleibt abzuwarten.

ApoRed, der mit 1,4 Millionen Abonnenten zu den großen Stars auf Youtube zählt, ist jedenfalls schon wieder bestens drauf und verbringt die verbliebenen drei Minuten seiner „Entschuldigung“ lieber damit, Eigenwerbung zu betreiben. Einsicht sieht anders aus. (ced/jei/josi)

 
 

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